Dabei nutzte es auch nichts, dass Bürgermeisterin Ines Hübner ihrem Parteifreund einen neuen Vorschlag unterbreitete. Die Stadt Velten werde sich mit einer Millionensumme an den auf 14Millionen Euro geschätzten Kosten für die Inbetriebnahme des 5,8 Kilometer langen Abschnittes beteiligen. Zudem ist der Bund bereit, zirka 8,5 Millionen Euro beizusteuern.
Gleich zum Start machte Vogelsänger klar, dass es beim Nein zur S-Bahn bleibt: „Auf keinen Fall habe ich Geld für die Erweiterung des S-Bahn-Streckennetzes, egal ob es um Falkensee, Rangsdorf oder Velten geht.“ Dabei bezog sich Vogelsänger nicht nur auf die Investitions-, sondern auch auf die Folgekosten. Nach seiner Rechnung müssten in den Veltener S-Bahn-Anschluss jährlich zwei Millionen Euro gesteckt werden. Ein prognostiziertes Aufkommen von 2420 Fahrgästen pro Tag – darunter nur 500 Neukunden – rechtfertige in Zeiten des Sparens eine solche Investition nicht. Sein Ziel sei es, den Prignitz-Express RE6 ab spätestens 2017 bis Berlin-Gesundbrunnen durchzubinden.
Was Vogelsänger den Veltenern als Kompensation für die S-Bahn-Absage anbietet, erboste die Betroffenen eher. Der Minister versprach, dass ab 2013 in den Spitzenzeiten zwischen 5 und 8 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr die Regionalbahn zwischen Hennigsdorf und Velten um einen Zug pro Stunde verstärkt wird. „Das ist eine Mogelpackung“, schimpfte der Veltener Sven Krein und erhielt dafür Beifall. Er erinnerte daran, dass bis 2006 von Betriebsstart bis 20 Uhr ein 20-Minuten-Takt üblich war.
Auch die Bürgermeisterin zog ein negatives Fazit der gestrigen Bürgerversammlung: „Die Hoffnung, dass wir doch noch die S-Bahn bekommen, ist bei mir stark gesunken. Der Minister hat keine Zugeständnisse gemacht.“ Der temporäre 20-Minuten-Takt von und nach Hennigsdorf „ist weniger, als ich erhofft und erwartet hatte“.
Eine ausführliche Berichterstattung über das Bürgerforum lesen Sie in der Donnerstag-Ausgabe des Generalanzeigers.