Eigentlich sollten die Hennigsdorfer ab diesem Herbst beobachten können, wie auf dem Festplatz nach und nach der neue Brückenkopf samt Fahrbahn entsteht. Doch der Beginn der Montage, so teilt Projektleiter Tonio Mohr vom WSA mit, muss auf März 2021 verschoben werden. Sich länger hinziehende Arbeiten am Schiffshebewerk Niederfinow seien die Ursache dafür.
Im Rathaus bringt die Nachricht niemanden aus der Ruhe. "Das ist nichts, worüber man jubelt, aber bei solcher Baumaßnahme auch nichts Ungewöhnliches. Das Entscheidende ist, dass es auch weiter keine Vollsperrung geben wird", so Stadtsprecherin Ilona Möser. Und dabei bleibt: Nur zum Ende der Bauzeit, wenn der neue Brückenkopf von der Behelfsbrücke auf die neue Havelüberquerung gesetzt wird, ist die Landesstraße für voraussichtlich sieben Tage gesperrt.
Stadt zeigt sich entspannt
Die verlorenen Monate gehen allerdings nicht auf Kosten der Gesamtbauzeit. Die neue Brücke soll im zweiten Halbjahr 2023 befahren werden können. Diesen frühesten Termin für die Fertigstellung hatte Ralf Dimmek, der in Eberswalde den Sachbereich für Investitionen leitet, bereits im vorigen Sommer erwähnt. Laut Mohn war in der damaligen Zeitschiene der Spielraum für Unwägbarkeiten beim Bau großzügig bemessen worden. Er wird voraussichtlich nicht in Gänze benötigt. Mohn lässt durchklingen, dass der Bau sogar noch früher fertig werden könnte.
Der Projektplaner kann eine weitere gute Nachricht verkünden. Die jüngste der regelmäßig stattfindenden Prüfungen habe im Mai ergeben, dass sich der Zustand der Brücke nicht verschlechtert hat. "Es gibt allem Anschein nach keine signifikanten Änderungen", freut sich Mohr. Damit muss die geltende Tonnen-Begrenzung für den Verkehr nicht verschärft werden.
Mit großen Interesse verfolgt der RCO-Vorsitzende Dirk Krause die Verschiebungen im Zeitplan. Noch Mitte Mai hatte Bürgermeister Thomas Günther (SPD) verkündet, dass zum Herbst die nötigen Umbauten auf dem Vereinsgelände erfolgt sein werden. Eine Bootshalle und der Raum fürs Krafttraining müssen ebenso weichen wie die Bootsstege. Konfrontiert mit dem neuen Zeitplan hofft Krause, dass seine 110 Vereinsmitglieder zumindest für das ungelöste Problem Kraftraum einen Zeitaufschub erhalten. Zwar sei das Problem der Bootslagerung gelöst, indem eine temporäre Leichtbauhalle errichtet werden soll. Doch wo das Krafttraining stattfinden soll, sei bislang unklar. "Die von uns gewünschte Dauerlösung, an das große Bootshaus einen Kraftraum anzubauen, lehnt die Stadt aus finanziellen Gründen ab", berichtet Krause. Als ihm Sozialbereichsleiter Martin Witt vorige Woche die dafür ermittelte Bausumme genannt habe, sei er verwundert gewesen: "Demnach hätte der Kraftraum mehr als ein Einfamilienhaus gekostet." Über die Kosten eines solchen Anbaus will die Stadt nicht reden. Ilona Möser lässt sich nur ein "Die Kosten wären nicht zu vertreten gewesen" entlocken. Mit der RCO-Spitze soll Ende Juni nochmals beraten werden, welche Interimslösungen sich anbieten. Eventuell könne der jetzige Kraftraum noch etwas länger genutzt werden.