Mit dem Einzug einer Firma für Autotuning, einem Hersteller von Verpackungen und einer Spedition geht es schon seit einiger Zeit wieder lebhaft in der Halle des einstigen Baumarkts zu. Dass das von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde, dürfte daran liegen, dass sich hinter der von der Straße aus sichtbare Glasfront bislang nichts tat. Auch der riesige Parkplatz davor wirkt bis heute verweist.
Rund fünf Jahre hat sich deeg-Inhaber Norbert Pfitzer zwischen der Ersteigerung des Grundstücks und dem Umzug seiner bisher in Hennigsdorf ansässigen Filiale Zeit gelassen. Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass anfangs über einen Neubau nachgedacht wurde. Nun aber ist es dabei geblieben, die bestehende Halle zu nutzen. Auf 1 600 Quadratmetern bietet deeg Dreh- und Fräsmaschinen, hochwertige Handwerkszeuge und alles rund um den Arbeitsschutz an. "Wir haben auch eine eigene Stickerei und eine Druckmaschine, um Firmenlogos und Namen auf Arbeitsbekleidung bringen zu können", informiert Niederlassungsleiter Frank Lüders. Darüber hinaus werden für Firmen auch ganze Betriebseinrichtungen montiert. "Für die Oranienburger Caritas liefern wir gerade Garderoben für 50 Mitarbeiter", kommt Lüders auf einen aktuellen Auftrag zu sprechen.
Wenn er in der weiträumigen Halle steht, in der zurzeit die Handwerker das Sagen haben, sieht man ihm die Freude über den künftigen Standort förmlich an. Ein zufriedenes Lächeln zeigt sich auf seinem Gesicht, wenn seine Hand in diese oder jene Richtung zeigt und er dabei schon manches vor Augen sieht, das dem Gast noch verborgen bleibt: "Dort hinten werden wir Shops von namhaften Markenherstellern, zum Beispiel für Arbeitsschutzbekleidung, einrichten."
Die immer weiter gewachsene Angebotspalette ist auch ursächlich dafür, dass deeg nach 25 Jahren Hennigsdorf verlässt. Dabei verbindet deeg mit der Stadt vor den Toren Berlins mittlerweile eine lange Tradition. Die Währungsreform war kaum in trockenen Tüchern, als das 1949 in Crailsheim (Baden-Württemberg) von Albert Deeg gegründete Unternehmen 1991 die Hennigsdorfer Filiale eröffnete. "Ein uns bekannter Händler in Berlin kam auf die Idee", erzählt der heutige Niederlassungsleiter über diese Pionierzeit im Osten. Es sollte bis heute die einzige Filiale auf dem Gebiet der ehemaligen DDR bleiben.
Die Geschäfte liefen mit der Zeit immer besser. Gestartet mit einer Handvoll Mitarbeiter, stehen mittlerweile auf der Gehaltsliste von deeg 19 Angestellte. "Perspektivisch wollen wir das Personal aufstocken", schaut Lüders nach vorn, schiebt aber gleich vorsichtig hinterher: "Je nachdem, wie sich der Umsatz entwickelt." Die bisherige Entwicklung war jedenfalls so gut, "dass wir an unserem Standort in der Hennigsdorfer Heinz-Uhlitzsch-Straße an unsere Grenzen kommen", begründet Lüders den Umzug. Ob Verkaufsraum, Lager oder Bürofläche - alles ist mit den Jahren zu klein geworden. Im ehemaligen Baumarkt bleibt sogar noch Platz für Seminarräume.
Die deeg-Filiale ist voraussichtlich ab 25. April in Velten, Berliner Straße 8d (ehemaliger Götzen-Baumarkt), zu finden. Geöffnet sein wird montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr.