Dass konkrete Pläne zu einem erneuten Konzernumbau existieren, verwies Bombardier am Donnerstag ins Reich der "Marktspekulationen", die man nicht kommentiere. Laut Firmensprecherin Janet Olthof investiere das Unternehmen in seine Werke, in Hennigsdorf beispielsweise in digitale Technologien. Gleichwohl sei der Konzern in einem "ständigen Dialog" mit seinen Sozialpartnern, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.
Unklar ist, ob und inwieweit der Standort Hennigsdorf von einem möglichen Stellenabbau bei Bombardier betroffen wäre. Der stellvertretende Hennigsdorfer Betriebsratsvorsitzende Dieter Schöning zeigte sich am Donnerstag "völlig überrascht" von der Ankündigung. Er wisse davon nichts, sagte er auf Anfrage. Schöning verwies auf eine Sitzung des Aufsichtsrats des Unternehmens am gestrigen Donnerstag, an der auch der Hennigsdorfer Betriebsratsvorsitzende Volkmar Pohl teilgenommen habe. "Ich gehe also davon aus, dass wir am Freitag mehr über die Pläne der Konzernleitung erfahren", so der Betriebsrats-Vize. Dass über einen möglichen Stellenabbau bereits berichtet werde, die Belegschaft aber noch von nichts wisse, bezeichnete er als "unmöglich". Dies sorge für massive Verunsicherung der Mitarbeiter.
Die IG Metall reagierte mit scharfer Kritik auf die Meldung zu einem möglichen Personalabbau bei dem Hersteller von Schienenfahrzeugen. Die Gewerkschaft forderte Bombardier am Donnerstag auf, "schnell und deutlich Position zu beziehen und keine weitere Verunsicherung der Belegschaft zuzulassen". Mitarbeiter und Standorte benötigten eine sichere Perspektive. Ansonsten drohe erneut ein "Großkonflikt".
Bereits 2018 hatte Bombardier einen Transformationsprozess angestoßen, der zu einem  massiven Stellenabbau führte. Dabei ging es darum, die Bombardier-Werke auf Kernkompetenzen zu konzentrieren. Demnach verliert Hennigsdorf die Serienproduktion von Zügen, wird aber zum Kompetenzzentrum für die Entwicklung neuer Züge und U-Bahnen ausgebaut. Zudem sollen bis Ende 2020 insgesamt 400 Stellen abgebaut werden. Bis Ende des laufenden Jahres gilt eine Betriebsvereinbarung, derzufolge betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind. Zurzeit zählt der Standort Hennigsdorf noch 2 700 Beschäftigte.