In sozialen Netzwerken war schnell die Rede von Schüssen und Toten. Doch nichts dergleichen war passiert. "Wir haben am Sonntagabend einen Zeugenhinweis auf das Video des 17-Jährigen erhalten", so Polizeisprecherin Dörte Röhrs. In dem Video sei er mit waffenähnlichen Gegenständen zu sehen. Derzeit gehe man nicht davon aus, dass es sich dabei um echte Waffen handele, so Röhrs.
Dennoch seien einige Beamte am Montagmorgen zur Wohnung des Teenagers an der Straße der Jugend in Kyriz gefahren. Dabei seien auch einige Keller-Eingänge abgesperrt worden, um zu verhindern, dass der Gesuchte möglicherweise durch diese entkommt.
Die Beamten sprachen mit der Familie des 17-jährigen, die auch einer Durchsuchung der Wohnung zustimmte. Die waffenähnlichen Gegenstände wurden dabei nicht gefunden. Auch vom 17-Jährigen selbst fehlte am Nachmittag noch jede Spur. "Er ist wohl derzeit bei Freuden untergekommen", so Röhrs. Sie betonte ausdrücklich, dass der Jugendliche, der sich wegen traumatischer Erfahrungen auch in psychologischer Behandlung befindet, nicht wegen des Verdachts einer Straftat gesucht werde. Vielmehr müsse davon ausgegangen werden, dass er sich selbst Schaden zufügen könne. Er habe in dem Video auch niemandem Gewalt angedroht. Zudem soll er zu den Gegenständen befragt werden, die in der Aufnahme zu sehen sein sollen.
Die Vernehmung der Eltern dauerte am Nachmittag noch an, da dafür Dolmetscher nötig waren. Während des Gesprächs erlitt die Mutter einen Kreislaufzusammenbruch und musste ärztlich behandelt werden. Augenzeugen hatten die scheinbar leblose Frau auf der Trage falsch gedeutet und daraufhin von Toten gesprochen.