Für Menschen aus der Großstadt könnte so das Paradies aussehen: Die Sonne funkelt im Wasser, die Wellen plätschern am Ufer, es riecht nach Sommer, der Duft von Kaffee und Kuchen liegt in der Luft. Das Paradies hat einen Namen: es ist die INSL und die liegt im Untersee in Kyritz.
Am Ufer liegen Tretboote vertäut, stehe Liegestühle. Wimpel flattern im Wind. Das Ausflugslokal ist ein altes Backsteinhaus. Im Saal steht ein langer Tresen. Vom Seemannszimmer gibt es einen so wunderbaren Blick, dass darüber schnell der Kaffee kalt werden kann. Die Insel ist der genau der Ort, den man am Wochenende sucht: Einmal nichts tun, die Zeit vergessen. Es gibt einen Naturlehrpfad für Entdecker, Tischtennisplatten, einen kleinen Spielplatz und eine Badestelle.
Rosmarie Köckenberger und ihr Mann sind die Inselwirte und betreiben das Ausflugslokal auf der Insel. Die Idee, dass "e" wegzulassen, hatte Rosmarie Köckenberger. Die Insel ist ein Ort mit Geschichte. Schon seit über 100 Jahren wird auf dem Eiland im Untersee gefeiert, gegessen und getrunken. Und seit dem vergangenen Jahr auch geheiratet. Bei Brautpaaren ist die INSL so beliebt, dass für dieses Jahr schon alle freien Termine vergeben sind.
Die Sonnenuntergänge über dem Untersee sind unter den Insulanern Legende. Den besten Blick gibt es vom Stammtisch direkt am Ufer. Ihren eigenen Lieblingsort hat Rosmarie Köckenberg am Südufer der Insel gefunden. Ein alter Baum liegt hier im Wasser, Enten schwimmen vorbei, es gibt eine Schaukel. "Einfach ein schöner Ort", sagt sie, der auch bei den Hochzeitspaaren hoch im Kurs steht, die sich hier das Ja-Wort geben.
Auf die INSL kommt man nur mit Volker Sitz. Sein Signal sind ein paar Schläge mit dem Klöppel gegen die rote Bratpfanne am Ufer in Kyritz und in Bantikow. Wer ihn freundlich anruft, seine Telefonnummer steht am Ufer, der kommt auch auf die INSL. Der Fährmann, ein Seebär wie er im Buche steht, schippert seit 25 Jahren auf dem Untersee. Mit seiner Fähre "Columbus" bringt er die Insulaner auf Zeit auf das Eiland. Keine zehn Minuten dauert die Überfahrt ins Paradies.
Aus der Küche kommen vorzugsweise Gerichte aus regionalen und saisonalen Produkten. Das Fleisch stammt ebenso aus der Gegend wie die Säfte, die aus der Kyritzer Mosterei kommen. Auf vielfachen Wunsch steht auch der Aal in Aspik wieder auf der Karte - den älteren Stammgästen zufolge Tradition auf der Insel. Zur neuen Saison gesellen sich zwei neue Burger auf die Speisekarte: der Brandenburger und ein Fischburger.
Für Rosmarie Köckenburger ist auf der Insel bereits ihr Traum wahr geworden. "Ich wollte schon immer ein eigenes Lokal, am besten in einem Backsteinhaus", sagt sie. Für die gebürtige Berlinerin ist die INSL eine Herzenssache. "Die Kyritzer sehen, dass wir ihre Insel mit viel Liebe wieder zum Leben erweckt haben." Auf der INSL trifft sich eine bunte Mischung aus Einheimischen, Berlinern und Urlaubern.
Und mit Beginn der dritte Saison bringt Fährmann Volker Sitz die Gäste von Dienstag bis Sonntag auf die Insel. (Infos: www.insl.de)