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Zinndorf feiert mit dem Oktoberfest zugleich 15 Jahre Jugend- und fünf Jahre Kinderfeuerwehr

Zwei Feuerwehr-Jubiläen
In den Fußstapfen der Blauröcke

Hoffnungsvoller Nachwuchs: Im traditionellen Umzug zum Zinndorfer Oktoberfest boten die Kinder- und Jugendabteilungen der Freiwilligen Feuerwehr einen erfreulich starken Anblick. Das demonstrierten sie später noch zu drei Vorführungen.
Hoffnungsvoller Nachwuchs: Im traditionellen Umzug zum Zinndorfer Oktoberfest boten die Kinder- und Jugendabteilungen der Freiwilligen Feuerwehr einen erfreulich starken Anblick. Das demonstrierten sie später noch zu drei Vorführungen. © Foto: MOZ/Gabriele Rataj
Gabriele Rataj / 04.10.2017, 06:09 Uhr
Zinndorf (MOZ) Auf eine einsatzstarke Feuerwehr kann keine Kommune verzichten, selbst wenn diese grundlegende Vorhaltung auf rein ehrenamtlichen Schultern ruht. Umso wichtiger ist gezielte Nachwuchsarbeit. Ein Beispiel dafür liefert der Rehfelder Ortsteil Zinndorf. Zum Oktoberfest am Wochenende wurden zwei Feuerwehr-Jubiläen begangen.

Fabian Haupt trat vor 15 Jahren in die Jugendfeuerwehr Zinndorf ein - heute trägt er als Jugendfeuerwehrwart Verantwortung. Auch Lisa Krüger war in der vom damaligen Ortswehrführer Detlef Krüger gegründeten Jugendgruppe - heute ist sie als Kinderfeuerwehrwart zuständig für den jüngsten Nachwuchs. Und da sind noch Sandro Wagner, inzwischen Gruppenführer in der Freiwilligen Feuerwehr Zinndorf, oder Marvin, Philipp und Sophie, die als Truppführer, -mann und Atemgeräteträger ihren Ehrendienst für den Ort versehen.

Neun von zehn Gründungsmitgliedern aus dem Jahre 2002 gehören mittlerweile fest zur Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Zinndorf. Insgesamt stammen schon zwölf Aktive aus diesem Reservoir. Solche Zahlen sprechen Bände zu Bedeutung und Notwendigkeit klug herangeführten Nachwuchses.

Die kleine Gruppe von damals hat sich auf heute 24 Mitglieder ausgewachsen. Und sie bekam 2012 Verstärkung durch die neu gebildete Kinderfeuerwehr. Hier sind derzeit nochmals zwölf Vier- bis Achtjährige mit "Feuereifer" dabei, das Feuerwehr-Handwerk zu lernen. Damit umfasst die gesamte Nachwuchsabteilung der Zinndorfer Feuerwehr 36 Kinder und Jugendliche, die im traditionellen Umzug am Sonnabend mitmarschierten.

Denn das Zinndorfer Oktoberfest stand diesmal neben der mittlerweile zu schöner Normalität gediehenen deutsch-polnischen Begegnung auch klar im Licht der zwei Jubiläen, auf die man im Ort zu Recht stolz ist: 15 Jahre gibt es die Jugendfeuerwehr und fünf Jahre die Kinderfeuerwehr. Und so durchmischten sich Technik-Parade und dörflicher Erntedeko-Wettbewerb mit Löschvorführung durch die Jüngsten ab vier Jahre. Harmonierten Dirndl, Lederhose und Festbekleidung mit roten und blauen Übungsuniformen aufs Schönste. Sah man im Festzelt Dorfbewohner ebenso wie den stellvertretenden Kreisjugendwart der Feuerwehr, die Delegation aus der polnischen Partnergemeinde wie auch den Amtsdirektor.

Wurde das Programm der "Frechdachse" aus der Kita beklatscht, demonstrierten die unter Zehnjährigen bei der Gruppenstafette Gelerntes und schmetterte die Jugendkapelle aus dem polnischen Drezdenkov so herzerfrischend leidenschaftlich, dass sie damit die teils störend laute Diskomusik vom Autoscooter hinterm Festzelt übertönte.

Konnte im Oktober-Café geschlemmt und auf Deutschlands größter Feuerwehr-Hüpfburg aus Kassel - dem Löscheinsatz an einem brennenden mehrstöckigen Haus nachempfunden - nach Herzenslust getobt werden. "Zehn mal zwölf Meter und sechs Meter hoch", kannte Ortswehrführer Marko Schrot deren Abmaße genau. Das sollte es zum Doppeljubiläum der beiden Nachwuchstruppen schon sein, aufgestöbert im Internet und finanziert vom Feuerwehrförderverein.

Auch bisher sei 2017 ein gutes Jahr gewesen, sagte der Feuerwehrchef auf Nachfrage. "Wir werden Anfang nächsten Jahres sechs aus der Kinder- in die Jugendfeuerwehr übernehmen", richtete er dabei den Blick bereits wieder nach vorn. "Gestern hatten wir schon die nächsten Anfragen für die Kindergruppe."

Das sei den seither agierenden Jugend- und Kinderwarten, aber auch allen anderen unterstützenden Kameraden zu verdanken, hatte Marko Schrot am Morgen in einer kleinen Rede betont. Darin erinnerte er an die regelmäßigen Trainingszeiten, freitags für die Jugend, aller zwei Wochen am Sonnabend bei den Kindern, die sich auch in sportlichen Erfolgen niederschlagen. Neben der Ausbildung geht es aber mal in den Tierpark, zum Besuch der Feuerwehrschule, ins Amtsjugendlager oder zu einer Übernachtung im Gerätehaus. Ohne Eltern aber liefe dabei nichts. "Doch das macht ja Zinndorf aus: Man sagt was und alle fassen an!"

Dass Gerhard Lang mit einem Auto voller Brieftauben zum Oktoberfest in seinen Nachbarort kam und die Feuerwehr-Eleven diese auf die Reise schicken durften, erklärte Schrot übrigens so: "Weil Lichtenow keine eigene Freiwillige Feuerwehr besitzt, sind deren Kinder bei uns integriert." Genauso wie die Werderaner, die über eine Ortswehr, aber keine Nachwuchsabteilung verfügen. Dafür gibt es ja Zinndorf - wie gut!

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