O-Ton: Andreas Kalbitz (AfD) während der Debatte mit Johanna Liebe

Hier finden Sie ein Porträt der Neuruppiner Schülerin Johanna Liebe
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Kalbitz hatte bei der Debatte am Montag die Gründerin der Freitags-Demos fürs Klima Greta Thunberg ein "zopfgesichtiges Mondgesicht-Mädchen" genannt. Und überhaupt verurteile er es, dass Brandenburger Schüler freitags die Schule schwänzten. Nach der Frage eines Schülers, ob Björn Hocke ein Nazi sei, griff er auch diesen an. Er bedaure es, dass der Schüler so verblendet sei "durch die Dauerrotlichtbestrahlung", die er medial an der Schule bekomme. Trotz dieses Angriffs freute sich die 15-jährige aus Neuruppin über die Möglichkeit, mit den Spitzenkandidaten zu debattieren. Sie würde sich ein solches Format häufiger wünschen, weil Schüler so die Chance hätten, über Themen zu sprechen, die nicht auf dem Wahlplakat stehen.
Das Johanna Liebe nicht auf den Kopf und Mund gefallen ist, zeigte sich schon im vergangenen Jahr. 2018 gewann sie den Wettbewerb "Jugend debattiert" vor knapp 200 Schülern. Damals debattierte sie über die Frage "Soll zum Schutz der heimischen Insekten- und Vogelpopulation die Förderung von Windkraftanlagen beendet werden?". Schon damals fiel auf: Johanna Liebe kann Menschen punktgenau an die Wand reden und ist gut vorbereitet. Zudem spricht sie schnell, leidenschaftlich und mitreißend. Und das, obwohl sie gegenüber der MOZ angab, dass ihr das Wettbewerbsdenken gar nicht im Blut liege. Eigentlich wollte sie nach dem Bundeswettbewerb nicht mehr bei Debatten antreten. Sie möge es eher ruhig und entspannt, wolle mehr in der Natur sein, Geige spielen und tanzen, sagte sie damals. 
Der Bundeswettbewerb scheint ein Umdenken bewogen zu haben - schließlich trat sich doch am Montag im Landtag an. Bei der Debatte waren Schüler aus Falkensee (Lise-Meitner-Gymnasium), Neuruppin, Potsdam (Humboldt-Gymnasium), Glienicke (Neues Gymnasium Oberhavel) und Oranienburg (Luise Henriette Gymnasium) anwesend. Johanna Liebe und vier andere Vertreter hatten mit den fünf Spitzenkandidaten von AfD, SPD, CDU, Grüne und Linke über Brandenburger Zukunftsthemen diskutiert. Etwa 120 000 Brandenburger zwischen 16 und 18 Jahren können zur Landtagswahl in knapp zwei Wochen ihre Stimme abgeben.

Hier finden Sie ein Porträt der Neuruppiner Schülerin Johanna Liebe
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