Bei schönstem Sommerwetter flanierten etliche Ruppiner und Gäste der Fontanestadt zu den fünf "Hereinspaziert"-Standorten. Das Festspiel-Team hatte extra darauf geachtet, möglichst große Areale auszuwählen, damit die Abstandsregeln einhalten werden können.

Das erste eigene Porträt

Am Ausstellungskiosk an der Pfarrkirche zeigte die Künstlerin Nina Heinke 50 ihrer Schnellzeichner-Porträts, die sie im Rahmen des Projektes "Kunst am Anger" von Bewohnern und ihren Tieren in Nietwerder gemalt hat (wir berichteten). Wer alle Beine der Porträtierten Zwei- und Vierbeiner richtig zusammenzählte oder schätzte, konnte sich von Nina Heinke zeichnen lassen. So kam auch Bernhard Rudolph aus Neuruppin am Nachmittag noch zu seinem ersten gezeichneten Porträt. Der Musiker Pileo unterhielt die Gäste an diesem Tag am Kiosk mit Gitarrenimprovisationen.
Der weitläufige Tempelgarten hatte den größten Zulauf. Vogelgezwitscher und zarte Musik, die Dorothea Döring auf der Querflöte präsentierte wie einst der Kronprinz Friedrich wechselten sich ab. Kurzführungen zu den Themen "Der Almathea-Garten" und "Der Gentzsche Garten" sowie Literarische Streifzüge mit dem Schauspieler Hans Machowiak wechselten sich alle halbe Stunde ab.

Anekdoten von Fontane

Am Schulplatz vor dem Geschäft "Herr Fontane" unterhielt Wolfgang Trenkler als Theodor Fontane die Besucher mit Gedichten und Anekdoten von und über Fontane. Dabei konnte auch der kleine begrünte Hof besichtigt werden. Regionale Produkte standen zur Verkostung bereit.
Im großen Hofgarten der Familie Bartsch in der Präsidentenstraße 47 lauschten die Besucher sonnengeschützt unterm großen Blätterdach eines alten Walnussbaums den Buchempfehlungen für Jung und Alt von Tina Kemnitz. Zwischendurch konnten sie bei Livemusik die Seele baumeln lassen und es sich bei Kaffee und Kuchen, den die Lionsfrauen "Effi Briest" servierten, gut gehen lassen.
Auf dem Hof vom Café Hinterhof gab es einen kleinen Flohmarkt, und die Musikbegabten der Jungen Gemeinde unterhielten die Besucher mit Liedern wie "Geh, wenn der Berg ruft". Für den kleinen Appetit zwischendurch hatten die Frauen der Gruppe "Nadel und Faden", die sich dort regelmäßig treffen, extra tschetschenische Leckereien wie Piroschki gebacken.
Die Gäste nahmen das "Hereinspaziert"-Angebot gerne an und freuten sich schon auf eine baldige nächste Möglichkeit dazu. Diese wird es am 22. August geben – und dann gleich mit einer Premiere. Erstmals findet "Hereinspaziert" dann in der Südstadt im Neubaugebiet statt.