Es gibt viele Gründe, aus denen der Leiter des Fachbereichs Planung, Rasmus Krebs, gegen die Projekte ist. Den Antrag für eine Photovoltaikanlage auf dem Gelände der ehemaligen Müllkippe bei Langen hält er nicht nur wegen der zu erwartenden Altlasten im Boden für bedenklich. Er befürchtet auch eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes  und des Artenschutzes. Auf der einstigen sogenannten „Bürgermeisterkippe“ sind von 1967 bis 1988 Abfälle aus der Landwirtschaft, von der sowjetischen Armee und aus Haushalten entsorgt worden. Eine etwa 40 000 Kubikmeter große Ablagerung von Asche, Schlacke, Bauschutt und Fäkalien befindet sich zum Teil nur einen halben Meter unter der Erde, die über die Deponie geschüttet worden ist. Auf dem Brachland hat sich dennoch eine Flora und Fauna entwickelt, die Krebs für schützenswert hält.
Auch bei dem Vorhaben für einen Solarpark bei Tarmow wendet die Verwaltung ein, dass das Landschaftsbild erhalten bleiben soll. Darüber hinaus gibt es noch andere handfeste Gründe gegen das Projekt: Aufgrund der Nähe zur A 24 und zur L 16 könnten Bauverbote gelten. Einen Bebauungsplan für eine Photovoltaikanlage bei Wall hält die Gemeinde für unwirtschaftlich, weil das dafür vorgesehenen Flurstück nicht erschlossen ist. Lediglich dem Bebauungsplan für einen Solarpark östlich der Luchstraße in Fehrbellin steht Krebs aufgeschlossen gegenüber. Bei der öffentlichen Auslegung des Planentwurfes gab es keine Einwendungen von Einwohnern. Die Forderungen der Behörden sind in dem Entwurf eingearbeitet worden. Bei allen vier Vorhaben hält Rasmus Krebs den Vorteil für die Gemeinde für gering. Weder würden Arbeitsplätze vor Ort geschaffen, noch seien größere Gewerbesteuereinnahmen zu erwarten.
Dennoch stimmte das Fachgremium auf seiner jüngsten Sitzung für alle vier Projekte. „Wir wollen nicht grundsätzlich dagegen sein“, so der Ausschussvorsitzende Jens Schröder. Was die Mülldeponie bei Langen anbelangt, möchte der Ausschuss dem Investor die Einschätzung überlassen, ob er auf dem belasteten Gelände unbeschadet bauen kann. Was das Areal in Wall angeht, gab es die Auskunft, dass der Investor sich entschlossen habe, eine Zuwegung über Beetz herzustellen. „Wenn es dafür eine schriftliche Zusage gibt, soll es genehmigt werden“, so Schröder.
Rasmus Krebs sieht die Zustimmung zu den Parks entgegen dem Rat der Verwaltung gelassen. Letztlich liegen die Kosten und Risiken bei den Investoren. „Ich bin da leidenschaftslos. Die gesetzlichen Bestimmungen gibt es, die müssen auch die Vorhabenträger kennen. Ich habe nur darauf hingewiesen“, so Krebs. Im Falle der ehemaligen Mülldeponie hat der Energieausschuss daher empfohlen, den Investor nochmals auf die Risiken des Standortes hinzuweisen, und dass darauf alle etwaigen Kosten für die Entsorgung der Altlasten zu seinen Lasten gehen.
Das Vorhaben in Langen wird an diesem Mittwoch in der Fehrbelliner Gemeindevertretung besprochen. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Sitzungssaal der Verwaltung.