Dass es ein Rudel im Bereich Fristow gibt, war ihr bewusst. "Uns ist hier aber noch nie etwas passiert", sagt sie. Wahrscheinlich auch deshalb, weil der Verein seine Schafe, Pferde und Wasserbüffel mit einem 8000 Volt-starken Zaun schützt, den eine Fachfirma installiert hatte. "Das ist ein Zaun wie aus dem Bilderbuch", so Zimmermann. Wie Wölfe diesen überwunden haben, sei selbst dem Wolfsexperten nicht ganz klar gewesen, der am Dienstagmorgen den Schaden und DNA-Spuren der Raubtiere aufnahm. Der Zaun sei nach dem Vorfall nun verdoppelt worden, und "ich lege jetzt immer eine Nachtschicht ein", so Zimmermann, die häufiger als sonst auch spät nach ihren Tieren sieht.
Coronabedingt habe der Verein zuletzt nicht wie üblich arbeiten können. Nach dem Wolfsangriff will Zimmermann ihren Tieren Ruhe gönnen: "Die sind völlig durch den Wind." Ein etwa 30 Jahre altes Therapiepferd sei so fertig, dass sie fürchtet, dass es noch Stresskoliken bekommt. Den Plan, Ziegen zur Landschaftspflege anzuschaffen, habe der Verein nun erst einmal auf Eis gelegt. "Wenn, dann nur große Tiere wie Wasserbüffel oder Pferde, an die sich der Wolf nicht herantraut", so Zimmermann. Erst im Mai waren im rund sechs Kilometer entfernten Alt Ruppin zwei Schafe und sechs Lämmer getötet und weitere acht Tiere lebensgefährlich verletzt worden. In Ostprignitz-Ruppin gibt es laut dem Landesamt für Umwelt mindestens vier Rudel – in der Wittstocker sowie Kyritz-Ruppiner Heide, im Raum Fristow sowie in der Rüthnicker Heide. Auch die Räume Steinförde und Schönberg (Wusterhausen) werden wegen Wolfssichtungen beobachtet.