Das jüngste Konzept für den Rückbau aus dem Jahr 2016 sah vor, dass in der finalen Phase das Reaktorgebäude durch Stahlträger gestützt wird, wenn es entkernt wird. Womöglich ist aber noch viel mehr Aufwand nötig. "Das Ganze hat sich als komplexer erwiesen als gedacht", so Möller. Bei einer Revision wird nun überprüft, welche weiteren Schritte notwendig sind. Laut Möller ist es durchaus denkbar, dass das Reaktorgebäude komplett von einer riesigen Halle umschlossen werden muss. Schon früher musste für den Rückbau eines Betondepots eine kleinere Halle errichtet werden. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass beim Abriss belasteter Staub freigesetzt wird. Die Schwierigkeit beim Rückbau ist, dass stets geprüft werden muss, wie tief Strahlung in die Bausubstanz eingedrungen ist. Erst dann entscheidet sich, wie die jeweilige Stelle demontiert wird und der Schutt entsorgt werden muss.
Stark strahlende Komponenten wie der Reaktor sind schon vor langer Zeit demontiert und abtransportiert worden. Sie liegen in einem Zwischenlager bei Greifswald. Unklar ist weiterhin, was mit dem Kontrollraum; der so genannten Blockwarte geschieht. Der Verein Stadtgeschichte Rheinsberg, dem Möller vorsteht, möchte diese an einem anderen Ort wieder aufbauen. Die Idee, in Rheinsberg dafür ein KKW-Museum zu errichten, wurde wegen der geschätzten Kosten von sieben Millionen Euro verworfen. Laut Möller gibt es dazu Gespäche mit dem Technikmuseum Berlin. Das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude wird indes stehen bleiben.
Das KKW war das erste wirtschaftlich genutzte Kernkraftwerk der DDR. Es ging 1966 in Betrieb, wurde 1990 stillgelegt und seit 1995 zurückgebaut.