Bauamtsleiter Jens Eggert bestätigte gestern, dass die Stadt gegen die Aufstellung der Sendeanlage geklagt hat. Mehr über dieses Verfahren wollte er nicht sagen. Doch zu einem Abschluss sei es nicht gekommen, weil Vodafone schließlich mitgeteilt habe, „dass man auf den Mast verzichtet“.
Von der Pressestelle des Mobilfunk-Anbieters wurde nach einer dmo-Anfrage am Mittwoch eine Stellungnahme zum Hintergrund des Verzichts zugesagt.
Der Stadtverordnete Hans-Georg Rieger (BK OPR) gehört zu denjenigen Rheinsbergern, die sich gegen Mobilfunk-Anlagen in der Nähe von Wohnsiedlungen aussprechen. Er freute sich sehr, als er erfuhr, dass der Mast nicht montiert wird. Das sei „für die Rheinsberger eine sehr angenehme Mitteilung“.
Bauamtsleiter Eggert sind „derzeit keine weiteren Anträge zur Errichtung von Funkmasten bekannt“. Dennoch ist damit zu rechnen, dass mit dem Ausbau des drahtlosen schnellen Internets LTE (Long Term Evolution)auch in die Prinzenstadt weitere Sendeanlagen des einen oder anderen Anbieters kommen könnten.
Die Stadtverordneten hatten sich seinerzeit nicht zuletzt gegen die relativ nahe am Zentrum gelegene Sendeanlage ausgesprochen, weil es damals eine Bürgerinitiative gegen Mobilfunk-Masten in der Kernstadt gab. Deren Protest richtete sich vor allem gegen Anlagen nahe Schulen oder Kindergärten.
Auch heute gehen die Meinungen über eine mögliche Gefährdung durch so genannte Handystrahlen noch weit auseinander. Mobilfunk-Netzanbieter und Handyhersteller argumentieren damit, dass sie die zugelassenen Grenzwerte deutlich unterschreiten. Es könne also keinesfalls von einer Gesundheitsgefährdung ausgegangen werden. Anders sieht das indes die Weltgesundheitsorganisation(WHO). Diese teilte im Juni 2011 mit, dass regelmäßiges Telefonieren mit dem Handy über lange Zeit die Krebsgefahr womöglich erhöhen könne.
Bezüglich des Auslösens eines Akustikusneurinoms, eines seltenen Tumors am Kleinhirnbrückenwinkel, der zu Tinnitus und Schwerhörigkeit sowie einseitiger Gesichtslähmung führen kann, gehen die Meinungen auseinander. Während manche Studien zur Auffassung kommen, dass die Nutzung des Handys die Tumor-Anfälligkeit nicht erhöht, gehen andere von einer verstärkten Gefährdung aus.
Elektrosmog beunruhigt die Menschen spätestens seit der Einführung des Radios. Dass dessen Sendesignale tatsächlich Krebs auslösen könnten, wurde aber nie nachgewiesen.