20 Jahre lang arbeitete Hollin im Tierpark Berlin, bevor er 2013 in die Drei-Seen-Stadt zurückkehrte, wo er als Grünflächenpfleger an der Sportschule anheuerte. Nun kehrt er an den Ort zurück, an dem seine Liebe zur Vogelwelt geweckt wurde.

Größere Volieren geplant

Ab dem nächsten Jahr möchte Daniel Hollin den Vogelpark betreiben. "Ich habe die Anlage schon seit einigen Jahren im Blick", sagt er. Mit dem Absprung der Kleintierzüchter als Betreiber sei der Weg nun frei. Ob die Anlage 2021 bereits für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, weiß Hollin noch nicht. Denn es stehen umfassende Erneuerungsarbeiten an. "Ich möchte einen großen Teil der alten Volieren abreißen, weil sie nicht mehr zeitgemäß sind. So kann man keine Vögel artgerecht halten", sagt er. Die Anlage solle schöner werden, vor allem aber den Bedürfnissen der Tiere gerecht werden.
Hollin möchte vier große begehbare Volieren schaffen. "Es gibt auf vier Kontinenten Papageien", erklärt er. Jede Voliere soll für einen Kontinent stehen und Gruppen der dort lebenden Arten beheimaten. Bei der Auswahl der Tiere müsse er behutsam vorgehen. Viele Papageien sind hochintelligent, aber auch sehr sensibel. "Niemand möchte hier einen gerupften Papageien sitzen haben", sagt er.  Zudem sind viele der exotischen Tiere auch aggressiv. Für die richtige Auswahl nutzt Hollin deshalb seine Kontakte zu vielen Tierpflegern in ganz Deutschland, von denen er sich Rat holt.

Park als Ort zum Verweilen

Für die Brutaufzucht und zum Überwintern möchte Hollin für jede Voliere auch einen Innenbereich schaffen. Zudem sollen Bänke aufgestellt werden. "Der Vogelpark soll ein Ort zum Verweilen werden", lautet sein Ziel. Er plant außerdem, Tierpatenschaften zu vergeben. Leute, die regelmäßig Futter für einzelne Tiere spenden, sollen mit Plaketten im Park geehrt werden. Da er in seiner Freizeit auch der Imkerei mit 24 Bienenvölkern nachgeht, hat der Lindower auch die Idee, einen Vogelpark-Honig zu vermarkten. "Ziel ist es, dass sich das ganz selbst trägt", so Hollin. Bürgermeister Udo Rönnefahrt habe ihm aber auch in Aussicht gestellt, dass die Stadt Lindow ihn finanziell unterstützt. Der Lindower Kleintierzuchtverein, der die Anlage bis dato betreibt, hatte jährlich einen Zuschuss in Höhe von 1800 Euro erhalten.
Um möglichst bald loslegen zu können, hofft Daniel Hollin, spätestens im Herbst den Schlüssel für den Vogelpark zu bekommen. Im Winter möchte er große Teile der alten Anlagen abreißen. "Ich weiß nicht, ob ich 2021 fertig werde", sagt er. Der Lindower nimmt an, dass mindestens 10 000 Euro investiert werden müssen, um den Park neu zu gestalten. Wenn die Anlage dann fertig ist, möchte Hollin sie auch anders als bisher bewerben, um mehr Aufmerksamkeit zu erzielen. "Ich glaube, jeder Vogelzüchter, der etwas auf sich hält, hat privat größere Anlagen als hier. Deshalb kann der Vogelpark augenzwinkernd als kleinster der Welt beworben werden."