Hinter einer der elf gezeigten Anlagen stand am Sonntag der Vereinsvorsitzende Detlef Wilhelm. Er suchte intensiv nach der Ursache dafür, dass sich gerade nichts bewegte. Nach einigen Minuten hatte er den Fehler gefunden und konnte ihn kurz darauf beheben. Wilhelm hat als Hausmeister am Gymnasium in Hohen Neuendorf auch beruflich mit technischen Dingen zu tun. Der Ursprung für seine Freude an der Modelleisenbahn liegt aber weit zurück. Er erzählte: „Meine Eltern hatten schuld. Sie schenkten mir als Achtjährigem eine kleine Modellbahn.“
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Der MEC hat insgesamt 40 Mitglieder und besteht aus zwei Gruppen. Jene in Oranienburg hat sechs Anlagen, bei der Nauener stehen vier Modelleisenbahnen.
Anders als noch vor wenigen Jahrzehnten wird heute jede Lok digital angesteuert. Die altbekannten Trafos mit Drehregler für die gesamte Anlage gibt es fast gar nicht mehr. Einmal pro Woche treffen sich die Modellbahner nach ihrer Arbeit. Das jüngste Mitglied ist elf Jahre alt,  ältester Modellbahner ist der mittlerweile schon 81 Jahre alte Klaus-Dieter Mielke.
Die MEC-Anlagen sind sehr detailgetreu und auch bei größeren Gemeinschafts-Ausstellungen gern gesehen. So konnten Besucher die kleinen Eisenbahnen aus der Mark Brandenburg schon in Bremen und Köln, aber auch in Dänemark und den Niederlanden bewundern.
Der 73-jährige Peter Kühnert sorgt im Vorfeld solcher Präsentationen dafür, dass stets alles schadenfrei an den Ausstellungsort und zurück nach Oranienburg und Nauen kommt. „Draußen steht der Siebeneinhalb-Tonner“, erzählte er. „Ich muss mich beim Fahren sehr vorsehen.“ Denn es sei fast noch schwieriger, als wenn man Personen transportiert. „Die Anlagen sind sehr zerbrechlich“, so Peter Kühnert. Was heute Abend wieder für den Abtransport in den Lastkraftwagen kommt, sei ihm zufolge – vorsichtig geschätzt – 30 000 Euro wert.
Vereinsmitglied Sascha Eltermann stand hinter der Anlage Hoppenstedt. Die heißt so, weil wie einst bei Loriots „Weihnachten bei Hoppenstedts“ ein Atomkraftwerk (AKW) eine Rolle spielt. Während der Kraftwerksbausatz im Sketch recht gefährlich werden konnte, gehe vom  noch nicht ganz fertigen Modell-AKW auf dem Berg aus Sperrholz keine Gefahr aus, versicherte Eltermann.
Wulf Ullmann aus Oranienburg hat erst vor zwei Jahren, als er in Rente ging, wieder zum Modellbahnbau gefunden. Früher war er Wirtschaftsinformatiker. Gemeinsam mit anderen MEC-Mitgliedern betreute er die Anlage Heinzberg, die vollelektronisch vom Personalcomputer gesteuert wird.
Der 72-jährige Hans Schwarz aus Berlin betrachtete das Städtchen Heinzberg ganz genau. Er war extra aus Berlin angereist: „Ich hatte Werbung für diese Ausstellung im Fernsehen gesehen. Da dachte ich mir, das musst du dir anschauen.“ Früher habe er über lange Zeit eigene Modellbahnen gehabt. Übrig geblieben sind nur noch ein paar sorgsam gepflegte Waggons in einer Vitrine.
Ein Mädchen und ein Junge spielten an einer Modelleisenbahn, die aus der Menge herausstach. Nicht, dass sie besonders groß wäre. Das Gegenteil war der Fall. Auf der speziellen Spiel-Eisenbahn gab es nur eine Gleis-Acht. Dafür brauchte sich niemand mit Computern auszukennen, um sie zu bedienen. Hier reichte noch der altbekannte Trafo. Die Kinder hießen Jannika und Hans. Die Familie lebt in Wustrau. Ihr Vater Rayk hatte sie zur Ausstellung begleitet. Er erinnerte sich an die eigene Kindheit: „Die Kinder sollen doch mal erfahren, was Papa für Jugendträume hatte. Meine Loks fuhren damals durch das ganze Kinderzimmer. Es gab sogar Gleise unter das Bett und den Schrank.“