Der Rio-Laden in Wittstock und das Projekt „Essbare Schule“ am Bildungscampus in Rheinsberg gehören zu den Nachhall-Preisträgern, die am Sonnabend in der Prinzenstadt ausgezeichnet wurden. Vergeben wurden die Nachhall-Awards, die mit jeweils 1500 Euro dotiert sind, an sechs Projekte, die sich durch außergewöhnliches Engagement in Sachen regionalem Umweltschutz verdient gemacht haben. Insgesamt über 40 Initiativen hatten sich mit ihren Projekten für die Auszeichnung, die vom Bio-Mineralwasser-Unternehmen Rheinsberger Preussenquelle ins Leben gerufen wurde, beworben.

Private und schulische Projekte

Ein Wald bei Wandlitz bleibt erhalten statt bebaut zu werden. Ein See in Pankow wird von Schülern und Schülerinnen saniert. 150 Hektar konventionelle Landwirtschaft vor den Toren Berlins werden Stück für Stück ökologisch. „Diese und viele weitere nachhaltige Erfolge sind Ergebnis privater und schulischer Initiativen, die heute mit dem Nachhall 2020 ausgezeichnet wurden“, berichtet Hilmar Hilger, Pressesprecher des Unternehmens. „Drei Brandenburger und zwei Berliner Projekte sowie eine überregionale Einreichung durften sich heute über Preis und Preisgeld freuen.“

Zwei Publikumspreise

Zwei der insgesamt sechs Initiativen erhielten den Publikumspreis. „Über 4000 Menschen beteiligten sich an der Online-Abstimmung und wählten einen neuen, regionalen Bio-Laden in Wittstock sowie ein Blühflächen-Projekt aus dem Raum Kassel zu den Siegern“, so Hilger. Die Jury sollte in den weiteren Kategorien „Regionaler Quell-, Wasser- und Bodenschutz“, „Überregionales Nachhaltigkeits- und Ökologieprojekt“ und „Schulprojekt zum Wasser- und Bodenschutz“ noch drei weitere Gewinner-Projekte küren. „Bei der Vielzahl der guten Einreichungen einigte man sich schließlich sogar auf zwei Awards in der Kategorie Schule“, so der Pressesprecher.

Ökologische Obst- und Gemüsesorten

Eine der Schulen war der Bildungscampus in Rheinsberg mit einem Projekt der Primarstufe, das vor wenigen Jahren gestartet war, um den Kindern ganzheitliches Wissen über den Anbau und die Verarbeitung von regionalen, ökologisch bewirtschafteten Obst- und Gemüsesorten zu vermitteln. Inzwischen ist das Projekt weiter angewachsen und auch ein Grünes Klassenzimmer und eine Bienen AG gehören dazu. Mit dem Preisgeld will die Schule durch Vandalismus zerstörte Obstbäume ersetzen, weitere Bienenvölker anschaffen, jährlich zwei Pflanz- und Projekttage veranstalten und der Koch AG der Schule unterstützen.

Auszeichnung für den Rio-Laden

In Wittstock freut sich die Initiative des Rio-Ladens über das Preisgeld, das eigentlich für die LadenEinrichtung vorgesehen war. Da jedoch die eigentlich für Mai geplante feierliche Auszeichnungsveranstaltung im Rahmen des Solanum Festivals coronabedingt ausfallen werden musste, hat der Laden bereits im Juli eröffnet. Hintergrund für die Gründung war ein fehlendes Bio-Geschäft in Wittstock. Hinter dem Rio-Laden verbirgt sich ein Verein, der selbstverwaltet, regionale, biologische, saisonale und Fair-Trade-Produkte verkauft und nicht gewinnorientiert arbeitet.

Unterstützung für kleine Projekte

„Unterstützung und Aufmerksamkeit für die vielen kleinen, aktiven und so wichtigen Umweltschutz-projekte, darum ging es uns von Beginn an“, so Preussenquelle-Geschäftsführer Frank Stieldorf bei der feierlichen Verleihung des Nachhall 2020 jetzt im kleineren Rahmen. „Die Klimawende schaffen wir nur gemeinsam. Aber allzu oft bleiben Initiativen aus Freunden, Nachbarn oder Schulen unter dem Radar der großen Nachhaltigkeitspreise. Oder der Aufwand einer Einreichung ist viel zu hoch. Hier sind wir aktiv geworden und froh, gleich beim ersten Mal so viele tolle Bewerbungen erhalten zu haben.“ Ein Videogruß kam auch vom Verbraucherminister.