Die Ehrennadel der Stadt Rheinsberg wurde bisher unter anderem an Personen vergeben, die innerhalb einer langjährigen Vorstandstätigkeit das kulturelle Leben der Stadt maßgeblich mitgeprägt haben.
Die SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrike Liedtke wollte diese Hürde senken. Ihrer Meinung nach können sich Mitglieder von Vereinen auch über Jahre um das Geschehen in ihrer Heimatstadt verdient gemacht haben, ohne im Vorstand tätig zu sein. Deshalb beantragte sie, den Passus „Vorstandstätigkeit“ aus der Ehrenordnung der Stadt zu streichen. Die Stadtverordneten haben dem auf ihrer jüngsten Sitzung zugestimmt.

Sorge vor inflationärer Ehrung

Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) hatte seine Bedenken mit Liedtkes Vorstoß. Die Auszeichnung mit der Ehrennadel sei eine wichtige Würdigung durch die Stadt, die nur punktuell vergeben werden sollte. „Ich möchte keine inflationäre Ehrung für 20-jährige Vereinsmitgliedschaft“, so Schwochow. CDU-Mann Burkhardt Stranz entgegnete, dass es darum nicht gehe. „Es gibt Leute, die in den Vereinen lange hervorragende Arbeit leisten, ohne im Vorstand zu sein“, so Stranz. Um eine inflationäre Vergabe der Ehrung zu vermeiden, schlug er vor, klare Bedingungen zu formulieren. Auch Hans-Georg Rieger (BVB/Freie Wähler) unterstützte Liedtkes Ansinnen. „Ich finde, langjährige Vorstandsarbeit ist hervorzuheben. Ich unterstütze den Antrag aber, weil ich niemanden von der Verleihung der Ehrennadel ausgrenzen möchte“, so Rieger.

Stadtverordnete stimmen zu

Um die Bedingungen für die Vergabe der Ehrennadel klarer zu formulieren, beantragt Schwochow, dass der Antrag in die Fachausschüsse verwiesen wird. Liedtke vertrat die Meinung, dass die Ausschüsse aber auch nach Beschluss der Stadtverordneten noch an der Ehrenordnung tüfteln können. Für Schwochows Antrag auf Verweisung in die Ausschüsse fand sich keine Mehrheit. Die Abgeordneten stimmten bei sechs Enthaltungen und einer Gegenstimme für den Vorstoß der SPD.