"Das für die B 122 eingeplante Geld haben wir bereit woanders verbaut", sagte Frank Schmidt, zuständiger Planer beim Landesbetrieb Straßenwesen am Dienstag auf Nachfrage des RA. Der Landesbetrieb hatte im Juni bereits damit begonnen, die Straßensanierung vorzubereiten. Dazu wurden am Ortsausgang von Köpernitz neben der Fahrbahn mehrere Bäume gefällt. Das Problem: Die Bäume befanden sich in einem Naturschutzgebiet, teilweise sogar auf einem Grundstück des Naturschutzbundes (Nabu).
Der Landesbetrieb hatte von der Unteren Naturschutzbehörde fälschlicherweise aber nur die Genehmigung erhalten, in einem Landschaftsschutzgebiet zu fällen, worum es sich bei besagtem Abschnitt aber nicht handelte. Der Bauherr ließ die Arbeiten ruhen, bis geklärt ist, wer Schuld an dem Missverständnis hat.
Diese Frage dürfte lange bevor die Bauarbeiten wieder beginnen geklärt sein. Denn wegen des "massiven Widerstands der Naturschutzverbände", so Schmidt, wird das Planfeststellungsverfahren komplett neu begonnen. Bis die Unterlagen erstellt und in einem Auslegungsverfahren von den zuständigen Behörden beurteilt worden sind, vergeht viel Zeit. "Drei Jahre ist schon sehr optimistisch. Ich denke eher, in den nächsten vier Jahren passiert nichts", schätzt der Planer.
Diese Verzögerungen wirken sich auch negativ auf den geplanten Krötentunnel aus, den der Nabu im Zuge der Straßensanierung unter der B122 errichten wollte. Der Naturschutzbund hat für das Projekt Fördermittel in Höhe von 200000Euro bewilligt bekommen, die nun verfallen sind, weil das Vorhaben nicht fristgerecht umgesetzt wurde.