Die Gentzschule ist das wohl auffälligste Bauvorhaben derzeit in Neuruppin und seinen Ortsteilen. Kein Wunder – jeder kann den Abbruch der Schule quasi live miterleben. Doch auch etliche andere Projekte sind mittlerweile gestartet. Andere – wie das letzte Ende der Friedrich-Engels-Straße oder auch die Artur-Becker-Straße – sollen noch 2020 beginnen oder zumindest geplant werden.
Beim Dorfgemeinschaftshaus in Gnewikow laufen laut Marga Reinus, Leiterin des Neuruppiner Bauamtes, derzeit die Arbeiten am Außenputz. Danach geht es mit den Bodenbelägen und dem Malern weiter. „Die Maßnahme ist von der Finanzierung her im Plan“, so Reinus. Rund 450.000 Euro kostet das Vorhaben.

Fontane-Schulzentrum in Neuruppin fast fertig

Ins Fontane-Schulzentrum hat Neuruppin in der Vergangenheit jede Menge Geld gesteckt, unter anderem in eine bessere Akustik und eine neue Verkabelung. Reinus spricht in diesem Zusammenhang von einem „Rundumschlag“. Bei zirka 2,3 Millionen Euro liegen die Gesamtkosten. Derzeit fertigt die Verwaltung laut der Bauamts-Leiterin die Schlussrechnung an. Der Feuerwehrneubau in Alt Ruppin sieht zwar sehr fertig aus, ist es aber in Verwaltungsaugen nicht: Die Schlussrechnung wird dort derzeit geprüft. Es sehe nicht so aus, als müsste dort etwas nachfinanziert werden. Die prognostizierten Gesamtkosten betragen rund 2,7 Millionen Euro inklusive Fördermittel.

Bessere Akustik für Grundschule in Gildenhall

Bei der Grundschule in Gildenhall musste das Rathaus noch einmal nachsteuern. Die Ausschreibung hätte ergeben, dass 10.000 Euro mehr benötigt werden, erklärt Marga Reinus. Das Schulgebäude und die Turnhalle werden derzeit unter anderem mit einer besseren Akustik ausgestattet und erhalten ebenfalls eine neue Verkabelung sowie eine moderne Elektrik. Rund zwei Millionen Euro kostet das Ganze. Die Turnhalle wird zum 14. September übergeben. Auch die Außenanlagen nehmen laut Marga Reinus Form an.
Die Strukturverkabelung war auch das Problem in der Puschkin-Oberschule. In diesem Fall musste die Stadt Neuruppin noch einmal ordentlich in den eigenen Haushalt greifen: Die Ausschreibung ergab, dass statt der geplanten 200.000 Euro rund 65.000 Euro mehr benötigt werden. Die Differenz kann über den Etat der Stadt gedeckt werden.

Mauersegler verzögerten Arbeiten an der Gentzschule

Bei der Gentzschule ist die Sporthalle mittlerweile bis zur Bodenplatte abgerissen, erklärte Marga Reinus. Die Abbrucharbeiten hatten sich etwas verzögert, weil Mauersegler am Gebäude brüteten (wir berichteten). Am Ende der Bauarbeiten im Juni 2022 soll das aber nichts ändern. Mittlerweile konnten die Arbeiter laut Reinus auch weitermachen. Beim Entkernen des Gebäudes werden Werkstoffe beprobt. Fred Müller vom Bauamt zufolge finden diese Proben immer dann statt, wenn ein Stoff gefunden wird, der gefährlich sein könnte. Es dauert drei Tage, bis die Ergebnisse der Analyse vorliegen, was den reibungslosen Ablauf etwas verzögert.

Straßenbau im Haupt- und Finanzausschuss

Das letzte noch sanierungsbedürftige Stück der Friedrich-Engels-Straße hat die Verwaltung derzeit ebenfalls im Blick: Zwischen der Virchow- und der Steinstraße ist die Strecke durch die Altstadt noch in schlechtem Zustand. „Die Ausführungsplanung liegt vor, die Ausschreibung ist erfolgt“, so Reinus. Die Ergebnisse sollen zeitnah geprüft werden. Diese erfahren die Mitglieder des Neuruppiner Haupt- und Finanzausschusses am 21. September. Rund 1,3 Millionen Euro soll das Vorhaben kosten.
Für den Ausbau der Artur-Becker-Straße plant Neuruppin zirka 1,25 Millionen Euro ein. Derzeit läuft laut Marga Reinus die Ausführungsplanung. Die Ausschreibungsunterlagen werden vorbereitet. Die Ausschreibung selbst ist für Oktober geplant. Am 30. November soll der Haupt- und Finanzausschuss das Thema auf den Tisch bekommen.

Arbeiten an der Kommunikation

Der dritte Bauabschnitt der Kommunikation zwischen der Karl-Marx- und der Schifferstraße hat der Stadt „gewisse Schwierigkeiten bei der Sperrgenehmigung“ beschert, erklärte Marga Reinus. Am kommenden Montag sollen die Bauarbeiten aber starten, erst einmal jedoch nur an der Karl-Marx-Straße, nicht auf der Kommunikation selbst. Dort wird erst drei bis vier Wochen später gebaut. 800.000 Euro kostet der Ausbau.
Um die Sanierung der Anna-Petrat-Straße kämpfen die Alt Ruppiner schon lange. Derzeit wird der Vorentwurf geprüft. Die verschiedenen Varianten sollen am 5. November während der nächsten Sitzung des Bauausschusses vorgestellt werden.
Der Radweg zwischen Nietwerder und Wulkow steht noch relativ am Anfang seines Baus. Mehr als eine Million Euro soll er kosten. „Die Grundstücksfragen sind geklärt“, so Reinus. Die Stadt stellt Planung und Landschaftsplan zusammen, um Fördermittel zu beantragen. Für den Radweg in Gildenhall wurden die Varianten bereits vorgestellt, eine Entwurfsplanung liegt vor. Weiter geht es nun erst, wenn Haushaltsmittel dafür eingeplant werden.
Korrektur: In einer ersten Version stand „Noch in dieser Woche sollen die Bauarbeiten aber starten, erst einmal jedoch nur an der Karl-Marx-Straße, nicht auf der Kommunikation selbst“. Dies haben wir geändert.