„Wir sind immer noch ganz überwältigt“, stehen Sandra und Marvin Woratschek auch Tage nach Neuruppins erstem Biker-Gottesdienst noch immer unter den positiven Eindrücken, die am Sonnabend auf sie einprasselten. Nach dem Auftakt für das, was sie zu einer Tradition werden lassen wollen, ist das auch kein Wunder. Immerhin hatten sich bei der Andacht rund 300 Motorradfans und Schaulustige zu dem Open-Air-Event eingefunden.

Neuruppiner Hospiz freut sich über Unterstützung

Und nicht nur bei LWB-Racing, der Firma von Marvin Woratschek, ist die Stimmung gut. „Wir freuen uns sehr darüber, dass wir immer wieder Leute kennenlernen, die uns unterstützen wollen“, sagt Juliane Schößler, die Pflegedienstleiterin im Neuruppiner Hospiz Haus Wegwarte.
Denn die 1000 Euro Spenden, auf die LWB-Racing die Spenden aufgerundet hat, sind am Donnerstag an das Hospiz übergeben worden. „Damit wird der Alltag sichergestellt. Aber es ist auch geplant, neue Vorhänge in den Gästezimmern anzuschaffen. Vielleicht werden wir das Geld auch dafür verwenden“, so Schößler.

Enge Verbindung zwischen Bikern, Hospiz und Andacht

Die Zusammenarbeit mit dem Hospiz möchten Woratscheks auch künftig beibehalten. Immerhin liegen der Tod und das Motorradfahren nah beieinander, sagt Marvin Woratschek. „Am Tag nach dem Gottesdienst ist einer der Teilnehmer tödlich verunglückt. Das hat uns sehr erschüttert“, berichtet seine Frau Sandra.
Doch bei der Veranstaltung selbst gab es glücklicherweise keine Vorfälle. Ohnehin sei die Stimmung sehr besonnen gewesen, sowohl auf dem Schulplatz als auch später bei der Runde um den Ruppiner See. „Wir haben auch bisher keine negativen Rückmeldungen bekommen, freuen sich die Organisatoren. Um trotzdem zu schauen, ob nicht das eine oder andere bei späteren Auflagen besser gelöst werden kann, soll der Gottesdienst in den nächsten Wochen noch einmal mit allen Akteuren ausgewertet werden.

Nächste Auflage für September avisiert

Die Ergebnisse sollen dann in die Organisation des nächsten Biker-Gottesdiensts einfließen. „Wir werden das künftig einmal im Jahr zum Ende der Motorradsaison machen“, schauen Sandra und Marvin Woratschek nach vorn. So soll vermieden werden, dass das Ereignis zu alltäglich wird. Eines ist aber schon klar: Im nächsten Jahr wird die Veranstaltung vermutlich im September stattfinden. Denn sonst ist es für das gemütliche Beisammensein, das sich an die Andacht und die Rundtour anschließen soll, schnell zu kalt, wie Sandra Woratschek am Sonnabend festgestellt hatte. Das sei aber auch der einzige Wermutstropfen an dem Tag gewesen.