Dirk Peters spricht von einer Riesenchance für die Billardspieler des MSV Neuruppin, um „wieder richtig durchstarten zu können“. Eine „kleine Erfolgsgeschichte“, so der Abteilungsleiter, wurde nun gar noch mit einer Auszeichnung und einer Förderprämie in Höhe von 5.000 Euro gekrönt. Die Abteilung Billard des MSV Neuruppin ist mit dem „Grünen Band für vorbildliche Talentförderung“ ausgezeichnet worden.

Die Auszeichnung „Grünes Band“ gibt es seit 1986

Damit kommt der Club als einer von 50 bundesweit zu einer unverhofften Geldspitze. Jahr für Jahr – und das seit 1986 – fördern die Commerzbank AG und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) über die Initiative „Das Grüne Band“ eine konsequente Nachwuchsarbeit im Leistungssport, unabhängig von der Vereinsgröße oder der Popularität der Sportart. Am Donnerstag wurde der symbolische Scheck an die Neuruppiner übergeben. Mathias Paulokat als Repräsentant der Commerzbank und des DOSB war nach Wuthenow gereist, um den Scheck und einen Pokal zu überreichen und sich vor Ort gleich einmal die neuen Räumlichkeiten der MSV-Billardspieler anzuschauen. „Das ist ja ein Schmuckkästchen“, befand er.

MSV-Spieler beziehen neues Domizil

Wie wahr. Seit August wirbeln die Billardspieler, um sich ihr neues Domizil „richtig schön herzurichten“, wie Dirk Peters berichtet. Zuvor war im Gebäude an der Dorfstraße 23a eine Kegelbahnanlage ein wichtiger Anlaufpunkt im Ort. Als diese dann außer Betrieb ging, wurden die Räume für private Feiern genutzt. Zuletzt standen sie jedoch leer. Nun ist wieder Leben eingekehrt – und die Wuthenower haben ihren einst geliebten Treffpunkt im Ort zurück. „Es profitieren also alle davon“, so Peters, „dass wir den Umzug von den Räumlichkeiten im Neuruppiner Volksparkstadion hier nach Wuthenow in Angriff genommen und auch gewuppt bekommen haben.“ Der Mietvertrag läuft seit dem 1. September. Am, Sonnabend, 24. Oktober, wird das neue Spiellokal offiziell eröffnet. Flankiert wird die Einweihung mit einem kleinen Fest. Los geht es um 15 Uhr.

Pool-Tisch im wiederbelebten Anlaufpunkt im Ort

Die Auszeichnung samt Geldspritze sei daher ein Segen. „Das passt ja wie die Faust aufs Auge“, freute sich Peters. Denn er und seine Mitstreiter in der derzeit 15-köpfig starken Abteilung, darunter zehn Kinder und Jugendliche, wollen zeitnah einen Pool-Billard-Tisch aufstellen. „Damit können wir dann auch Freizeitspielern die Möglichkeit geben, in angenehmer Atmosphäre ein bisschen zu spielen“, so Peters. Mit insgesamt sechs Billardtischen wäre dann das 180 Quadratmeter große Spiellokal bestückt. Eine Küche, ein Tresen und Toiletten komplettieren das neue „Schmuckkästchen“ in Wuthenow. Den Blick fürs Detail bewiesen Peters und Co. auch bei der Gestaltung der Wände, wie ein handgemaltes Bild einer Kegelbillard-Darstellung belegt.

Bundesliga-Rückkehr anvisiert

Aktuell spielen die Neuruppiner in der Kreisliga um Punkte. Auch der Startplatz in der 5-Kegelbillard-Bundesliga wurde erhalten, auch wenn der MSV derzeit keine Mannschaft stellen kann. Daher spielt Alex Hopf leihweise bei Grün-Weiß Wanne. „In der nächsten Saison wollen wir wieder ein Team an den Start bringen, dann spielt Alex wieder für uns“, erklärte Peters. Er liebäugelt auch damit, die ehemaligen Top-Leute wie Max Gabel und seinen Sohn Michel, die aktuell in Friesack spielen, zurückzuholen.

Startschuss für Mitgliederzuwachs

Durch die neuen Räumlichkeiten und die neue Ausstattung versprechen sie die MSVler einen neuen Schub. Peters: „Die Rückmeldungen im Ort sind bislang durchweg positiv. Viele wollen auch Mitglied werden. Wir versprechen uns schon einen Zuwachs von bis zu 20 neuen Mitgliedern.“ Darüber hinaus soll auch die Arbeitsgemeinschaft an der Karl-Liebknecht-Schule weiter Früchte tragen. Dirk Peters bringt dort Kindern ab zehn Jahren das Billard-Abc bei. Die Auszeichnung mit dem „Grünen Band“ steht auch dafür. „Und jetzt hat es endlich geklappt“, so Peters. Denn die Billardabteilung des MSV hatte sich zuvor bereits zweimal beworben, war aber nicht in den bundesweiten Auszeichnungs-Pool gerutscht. „Wie sagt man so schön: aller guten Dinge sind drei“, strahlte Peters.