Seit 2017 sind die Blümchens Mitglied im Urania-Verein, der die Offenen Gärten gemeinsam mit der Initiative Offene Gärten (Inog) ausrichtet. Das Interesse an ihrer Anlage sei jedes Mal groß. Einmal seien an den beiden Tagen 300 Besucher gekommen, so die Kita-Erzieherin. Sie ist schon lange eine passionierte Freizeitgärtnerin. Seit dem Umzug auf das große Grundstück im Rhinluch vor 14 Jahren hat sie ausreichend Platz, ihre Ideen umzusetzen.
Alle Sinne ansprechen
Der Garten ist im japanischen Stil gehalten. "Dabei geht es um Ruhe, Ordnung und Entspannung. Man soll mit allen Sinnen durch den Garten gehen", erklärt sie. Schon der Weg vom Vorgarten auf das Areal hinter dem Haus ist symbolträchtig. Die Gehwegplatten stehen für einen Steg. Der daneben verlaufene Trockenteich verkörpert den Fluss des Lebens. Nobedan, so lautet die japanische Bezeichnung für diese Art von Weg. Er ist gesäumt von Fichten, die im Bonsai-Stil gehalten sind und den Strauchpfingstrosen. Diese ostasiatischen Vertreter ihrer Gattung blühen anders als normale Päonien bereits im Mai und zieht sich im Winter nicht zurück. Sie verholzt und kann bis zu drei Meter hoch werden. "Je größer sie wird, desto schöner werden die Blüten", sagt Marion Blümchen. Ihre größte Strauchpfingstrose ist zehn Jahre alt. Blümchen schätzt an der Pflanze auch, dass sie pflegeleicht ist: "Es ist wirklich eine Anfängerpflanze, da kann man nichts falsch machen." Außerdem geht von ihren Blüten ein sehr aromatischer Duft aus – Stichwort alle Sinne ansprechen. Der Tastsinn wird beispielsweise durch die speziellen Tannen mit roten Zapfen stimuliert. Die Zapfen sind viel weicher als bei anderen Tannenarten. Formgehölze wie Eiben und Buchsbaum wiederum bieten Reize fürs Auge. Auch ein Kirschbaum steht in dem Garten. "Er trägt immer viele Früchte, aber wir kommen nie dazu, sie zu ernten. Unsere Stare sind immer schneller. Nach einer Stunde ist keine Kirsche mehr übrig", so die 56-Jährige. Zwergkiefern, Etagenschneeball, Tamariske, Gewürzstrauch, Trompetenbaum, Taschentuchbaum und mehr komplettieren den Garten. Den Blümchens ist wichtig, viele immergrüne Gewächse im Garten zu haben. Zudem ist das Ende der Anlage gegenüber der Terrasse offen gehalten. "Das nennt sich ,geborgter Blick’", erklärt die 56-Jährige. So bleibt der Ausblick auf die benachbarte Pferdekoppel und das dahinter liegende Rhinluch offen.
Wie sie die Kiefern in die gewünschte Form bringt, dass sie das Aussehen eines Bonsais erhalten,  hat sich das Paar von einem Bekannten beibringen lassen, der selbst einen japanischen Garten bei Neustadt hat. "Die Erfahrung kommt mit der Zeit", sagt sie.
Kois nach Disneyfiguren benannt
Zu einem richtigen japanischen Garten gehört natürlich auf ein Koiteich. Ein Leichtes für Thomas Blümchen, der seinen Lebensunterhalt als Teichbauer bestreitet. 15 der edlen Karpfen bevölkern das 45 Kubikmeter Wasser fassende Stillgewässer. Der älteste von ihnen ist bereits 15 Jahre alt, 90 Zentimeter groß und fast zwölf Kilo schwer. Die Enkeltochter Hermine hat den meisten von ihnen auch Namen gegeben. "Sie kann sie mit Eselsbrücken auseinanderhalten", erklärt die Großmutter. Zwei der Tiere heißen zum Beispiel Elsa und Anna, wie die beiden Schwestern aus dem Disneyfilm "Die Eiskönigin". "Elsa heißt sie, weil sie einen Blauton in den Schuppen hat, so wie das Kleid von Elsa. Und Anna hat teilweise schwarze Schuppen, wie das Haar von Anna", erklärt Marion Blümchen.
Am 6. und 7. Juni hoffen die Eheleute, Anna, Elsa und die vielen Pflanzen auch anderen Interessierten präsentieren zu können. Auf den obligatorischen Kuchenstand, den sie den Gästen der Offenen Gärten dann anbieten, werden sie wegen Corona aber noch länger verzichten müssen.

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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel