Die Brandserie, die Neuruppin seit dem Sommer in Atem gehalten hat, könnte vorüber sein. Wie die Polizei am Mittwochvormittag mitteilte, haben Zivilbeamte am Montag drei deutsche Jugendliche im Alter von 19 bis 25 Jahren festgenommen, die offenbar eine Strohmiete zwischen Kantow und Gottberg angezündet hatten.
Den 19-Jährigen hatten die Ermittler schon länger im Visier, da er verdächtigt wird, seit dem Sommer für elf Brände an Fahrzeugen und Garagen im Raum Neuruppin verantwortlich zu sein. Der Verdächtige wurde am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt, nachdem die Staatsanwaltschaft Haftantrag gestellt hatte. Der Richter ordnete Untersuchungshaft an, woraufhin der 19-Jährige in eine Justizvollzugsanstalt gebracht wurde. Die beiden anderen Jugendlichen wurden laut Polizei mangels dringenden Tatverdachts wieder aus dem Gewahrsam entlassen.
Die Polizisten waren auf die Jugendlichen aufmerksam geworden, weil sie sich am Montagabend mit hoher Geschwindigkeit von dem Brandort entfernt hatten. Trotz Aufforderungen, anzuhalten, beschleunigte der Fahrer des Wagens. Erst an der Hermann-Riemschneider-Straße in Neuruppin konnte das Auto gestoppt werden. Bei der Kontrolle fanden die Beamten Brandbeschleuniger.

19-Jähriger könnte für mehr als elf Brände im Raum Neuruppin verantwortlich sein

Derzeit wird ermittelt, ob mehr als die elf Brände auf das Konto des 19-Jährigen gehen. Diesem wird indes nicht nur Brandstiftung vorgeworfen, da sich in dem Wohnmobil, das am 4. Oktober an der Neuruppiner Regattatraße angezündet worden war, zwei Personen schliefen. Die Tat wird daher als versuchtes Tötungsdelikt eingestuft. Der Brandanschlag auf das Dienstauto von Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) wird der Brandserie aber nicht zugeordnet.