Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin verzeichnete am Freitag nicht nur die höchste Sieben-Tages-Inzidenz von Brandenburg sondern lag mit einem Wert von 416,75 nach Angaben des LAVG deutlich über dem Landesschnitt von 244,9 und dem Bundesschnitt von 141,6.
„Der Landkreis sieht sich weiter mit einer hohen Zahl an Neuinfektionen konfrontiert“, teilte Landkreis-Sprecher Alexander von Uleniecki mit. So meldete das Gesundheitsamt in Neuruppin am Freitag 99 neue Corona-Fälle. Damit haben sich seit Beginn der Pandemie nachweislich 2299 Menschen in OPR mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 angesteckt. 1319 gelten als genesen. das sind 47 mehr als noch am Donnerstag. 

Drei Neue Todesfälle von Covid-19-Patienten

Erhöht hat sich jedoch auch bedauernswerterweise die Zahl der Toten im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. So verstarben erneut drei Patienten. Laut Alexander von Uleneicki handelt es sich dabei um eine Frau und einen Mann aus dem Raum Rheinsberg, die Ende und Anfang 70 waren, sowie um einen Mann Ende 40 aus dem Raum Wittstock. Gesunken ist aber leicht die Zahl der Covid-19-Patienten, die in Krankenhäusern im Kreis behandelt werden. Es sind aktuell 105, davon 21 auf einer Intensivstation und fünf müssen beatmet werden. Auch in den Oberhavel-Kliniken werden derzeit sieben Covid-19-Patienten aus OPR behandelt.
An den Ruppiner Kliniken wurden bereits 316 Covid-19-Patienten seit Beginn der Pandemie im Frühjahr behandelt, berichtet Kliniksprecherin Verena Clasen. Davon wurden 108 auf der Intensivstation betreut. Die meisten Einlieferungen gab es dabei in den vergangenen vier Wochen, als auch Patienten aus anderen Teilen Brandenburg aufgenommen wurden. „Wir haben seit dem 17. Dezember 212 Covid-19-Patienten aufgenommen“, so Clasen. Aktuell werden noch 72 Menschen in Neuruppin nach einer Corona-Infektion stationär behandelt, davon 16 auf der Corona-Intensivstation, wovon aber nur noch ein Patient beatmet werden muss. „Seit vergangenem Sonnabend sind 13 Covid-19-Patienten verstorben“, bedauert Verena Clasen. Doch auch die 2400 Mitarbeiter bleiben selbst nicht von einer Corona-Infektion verschont. So fielen von 2100 Schnelltests in der vergangenen Woche acht positiv aus. Aktuell seien 51 Mitarbeiter aus allen Unternehmensbereichen wegen einer Covid-19-Erkrankung nicht im Dienst, so Clasen. Die Ruppiner Kliniken arbeiten derzeit im Notbetrieb, lediglich die psychiatrische Tagesklinik wurde jetzt wieder unter strengen Hygieneauflagen wieder aufgemacht.

Corona-Fälle an Kitas in Wildberg, Wusterhausen und Neuruppin

Die 99 neuen Corona-Fälle in OPR betreffen erneut zahlreiche Einrichtungen, darunter erstmals nicht vorwiegend Alten- oder Pflegeheime, sondern auch mehrere Kindertagesstätten. „Bei den Neuinfektionen sind Bewohner und Personal eines Wohnheims in Neuruppin betroffen, außerdem mehrere Rettungssanitäter einer Neuruppiner Gesundheitseinrichtung“, berichtet Landkreis-Sprecher Alexander von Uleniecki. „Darüber hinaus liegen positive Testergebnisse bei jeweils einer erziehenden Person in Kita-Einrichtungen vor.“ Betroffen seien die Kita „Klempower Seesterne" in Wusterhausen, wo für acht Kinder und mehrere Beschäftigte nunmehr Quarantänemaßnahme gelten. „Gleiches gilt für zwölf Kinder und mehrere Mitarbeiter der Kita „Gänseblümchen" in Neuruppin“, so von Uleniecki. Ebenfalls in Quarantäne befinden sich 15 Kinder und mehrere Beschäftigte der Kita "Wiesenzwerge" in Wildberg. „Die Kontaktermittlungen durch Mitarbeitende des Gesundheitsamtes sind noch nicht abgeschlossen“, betont jedoch der Pressesprecher des Landkreises.

Wittstock und Neuruppin sind Corona-Hotspot

Insgesamt gibt es aktuell 936 aktive Corona-Fälle in Ostrpignitz-Ruppin. Neuruppin und Wittstock bleiben mit 407 beziehungsweise 175 aktiven Fällen die Hotspots im Landkreis. Fehrbellin zählt 83 aktive Infektionen, Rheinsberg 65, Lindow 47 und Wusterhausen 46. In Kyritz gibt es aktuell 42 Corona-Fälle, Heiligengrabe zählt 26, Neustadt 23 und im Amt Temnitz sind es 22.
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