Auf Wohlwollen bei den Ruppinern traf die Entscheidung des Handball-Landesverbandes Brandenburg (HVB) nicht, dass dieser die laufende Saison radikal reduzieren wird. Vereinbart wurde bei der Tagung am Wochenende, auf die Hälfte der Punktspiele zu verzichten.

Verbandsliga-Club SV Union Neuruppin befürchtet ein Mammutprogramm

Von „Hinhaltetaktik“ des HVB spricht Tony Palmowske vom SV Union Neuruppin. Sein Verbandsliga-Frauenteam hat erst zwei Partien ausgetragen. Acht stehen noch aus, um zumindest einmal gegen jeden gespielt zu haben. Palmowske: „Je später die Partien anlaufen, je größer wird das Mammutprogramm. Wichtig ist ihm, dass eine Grundlage zum Werten vorhanden ist.“ Dazu könnte die Tabelle dienen, wenn alle Begegnungen aus der Hinrunde ausgetragen sind. Im Fall der Staffel mit Unioner Frauen sind es noch nicht einmal ein Viertel. Palmowske geht davon aus, dass wegen kaum sinkender Corona-Fallzahlen die Saison noch vorzeitig für beendet erklärt wird. Zu diesem Schritt hatte sich der HVB schon im Frühjahr dieses Jahres beim ersten Lockdown entschlossen.

HC Neuruppin stellt Kappen der Spielsaison 2020/21 in Frage

„Wir sind dankbar für jede Partie, die wir noch spielen können“, findet Dennis Plötz vom Handball-Club Neuruppin (Herren-Verbandsliga) eine klare Einstellung. Von vier Wochen Trainingsphase vor dem Wiedereinstieg nach der Zwangspause spricht er. „Und die Sommerpause ist zwingend nötig“, um vernünftig die neue Serie zu beginnen. Daher sieht auch er das nun beschlossene Kappen der Rückrunde als fraglich und vermutlich nicht ausreichend an. „Schade für uns, nur haben wir das nicht zu entscheiden.“

Hansa Wittstock sieht ein hohes Verletzungsrisiko beim Start aus dem Kalten heraus

Sven Hennigs, Coach bei Hansa Wittstock (Verbandsliga), bringt eine weitere Komponente auf den Tisch. „Auch wir sind abhängig von der Stadt. Gibt sie ihre Sporthallen nicht für die Vereine frei, dann sind Trainings- und Spielpläne sowieso hinfällig.“ Er sieht eher skeptisch auf den anvisierten Start Mitte Januar. „Das Risiko ist hoch, wenn man praktisch aus dem Kalten heraus starten muss.“ Gemeinsames Trainieren ist weiterhin untersagt.
Weder der HC Neuruppin noch Hansa Wittstock und auch nicht der SV Union hatten mit Aufnahme der Saison einen positiv auf Corona getesteten Spieler in den Reihen. Lediglich wegen Fällen aus dem privaten und dienstlichen Umfeld seien zwei Wittstocker in Quarantäne gesetzt worden. Beide Vereine aus der Kreisstadt blieben bislang coronafrei. Dennis Plötz: „Auch daran sieht man, dass die Vereinsleitungen beim Erstellen des Hygienekonzeptes und dessen Umsetzen wunderbare Arbeit geleistet hatten.“