Aus dem Gesundheitsamt in Neuruppin kamen direkt vor Weihnachten keine positiven Nachrichten, denn zwei Männer, der eine aus Neuruppin, der andere aus dem Raum Rheinsberg, sind am Mittwoch in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Beide waren Mitte 70, teilte die Kreisverwaltung mit. „Unser Mitgefühl gilt dabei allen Personen, die den Verstorbenen nahestanden“, sagte Landkreis-Sprecher Alexander von Uleniecki. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Menschen aus Ostprignitz-Ruppin, die im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben sind, auf sieben.

69 Corona-Neuinfektionen in OPR

„Außerdem gibt es auch am Mittwoch einen deutlichen Anstieg bei den Covid-19-Erkrankungen zu verzeichnen“, so von Uleniecki. „Das Gesundheitsamt meldet 69 Neuinfektionen und damit so viele wie noch nie an einem Tag im Landkreis.“ Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Menschen aus dem Landkreis, die sich seit Beginn der Pandemie im Frühjahr nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert haben auf 1183. Die Sieben Tages-Inzidenz wurde vom Land am Mittwochmorgen mit 243,8 für OPR angegeben.

499 aktive Corona-Fälle in Ostprignitz-Ruppin

Als genesen gelten in Ostprignitz-Ruppin 677 Menschen, das sind 32 mehr als noch am Dienstag. Im Landkreis gibt es daher aktuell 499 aktive Corona-Fälle. „Bei den stationären Covid-19-Fällen befinden sich 50 Personen auf einer Normalstation in Kliniken des Landkreises“, berichtete Alexander von Uleniecki. „19 Patienten werden intensivmedizinisch betreut. Davon müssen fünf Patienten beatmet werden.“

Weitere Infektionen bei den Ruppiner Kliniken

Von den Neuinfektionen betroffen sind erneut Beschäftigte und Patienten der Ruppiner Kliniken. „Dort werden umfangreiche Tests durchgeführt“, so der Landkreis-Sprecher. „Außerdem sind weitere Neuinfektionen bei Mitarbeitenden und Patienten eines Neuruppiner Pflegedienstes festgestellt worden.“ Die meisten aktiven Fälle verzeichnet weiterhin Neuruppin. Dort stieg die Zahl auf 193. In Rheinsberg gibt es aktuell 55 aktive Corona-Fälle, in Lindow 50, in Fehrbellin sind es 49 und in Neustadt 36. Wusterhausen meldet 35 aktive Infektionen, Wittstock 31, Kyritz 28, das Amt Temnitz 13 und Heiligengrabe neun.

Im Februar soll das Corona-Impfzentrum in Kyritz an den Start gehen

Die Hoffnungen ruhen angesichts dieses dramatischen Infektionsgeschehens auch auf den Corona-Impfungen, die am 27. Dezember beginnen. Landrat Ralf Reinhardt (SPD) berichtete auf der Sondersitzung des Kreistages in Kyritz, dass in Brandenburg in einem ersten Schritt durch mobile Impfteams hochbetagte Bewohner in Pflegeheimen sowie medizinisches Personal geimpft werden sollen. Die Krankenhäuser im Landkreis bekommen separat Impfstoffe, mit denen sie ihre Mitarbeiter schützen können. Ab Februar soll dann auch das zentrale Corona-Impfzentrum im Sport- und Kulturzentrum Kyritz in Betrieb gehen. Der Aufbau werde im Januar beginnen, so Ralf Reinhardt. Die Organisation dafür sowie die Terminvergabe übernehme die Kassenärztliche Vereinigung Berlin-Brandenburg (KVBB). Ein erster Vor-Ort-Termin ist für Anfang des Jahres geplant.

Landrat Ralf Reinhardt appelliert, die Kontakte zu reduzieren

Bis dahin erneuern Landrat, Bürgermeister und Amtsdirektoren ihren Appell, soziale Kontakte zu minimieren. „Es darf nicht darum gehen, Lücken in den Regeln zu finden und die Lockerung über die Weihnachtszeit maximal auszunutzen.“ Stattdessen sagen sie: „Wir haben es selbst in der Hand, enge Kontakte zu reduzieren und Ansammlungen zu vermeiden und auch großzügig Abstand zu halten. Wir haben bei uns Platz, Raum und Möglichkeiten, uns dadurch unsere Freiheit zu bewahren und ein weiteres Ansteigen der Infektionen noch abzuschwächen.“ Reinhardt kündigte zudem an, dass es zu Silvester verstärkt Kontrollen geben werde – besonders an den Plätzen, an denen sich bevorzugt die Menschen treffen.

Corona-Hotline des Landkreises ist auch zu Weihnachten erreichbar

Wer an den Feiertagen Symptome einer Corona-Erkrankung bei sich feststellt, kann sich außerhalb der Praxissprechzeiten an den kostenlosen Patientenservice der kassenärztlichen Vereinigung unter 116 117 wenden. „Über diese Rufnummer werden auch Fragen zu Testungen an Feiertagen und ab Montag, 28. Dezember, zu den anstehenden Corona-Impfungen beantwortet“, so Alexander von Uleniecki. In lebensbedrohlichen Situationen soll hingegen sofort der Rettungsdienst unter 112 gerufen werden.
An den Feiertagen ist aber auch die Corona-Hotline 03391 6885376 des Landkreises besetzt. Diese ist am 24., 25., 26., 31. Dezember sowie am 1. und 2. Januar jeweils von 9 bis 13 Uhr erreichbar. An Sonntagen ist die Hotline nicht besetzt. An den normalen Werktagen zwischen den Jahren werden Anrufe montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr, freitags von 9 bis 14.30 Uhr und sonnabends von 9 bis 13 Uhr entgegen genommen.
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