Wie hoch ist der Inzidenzwert, also die Zahl, die Auskunft über die Neuinfizierten mit Corona in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gibt, für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin nun wirklich? 320,7 so wie es auf der Internetseite des brandenburgischen Landesamtes für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) für Montag zu lesen ist? Oder mit 427,9 deutlich höher wie es vom Gesundheitsamt des Landkreises Ostprignitz-Ruppin selbst vermeldet wird? Das ist nicht unerheblich. Schließlich hängt von diesem Wert ab, ob und zu welchen verschärften Kontaktbeschränkungen es im Kreis kommen kann.

Das Problem mit dem Inzidenzwert wird gelöst

Wie die Ostprignitz-Ruppiner Kreisverwaltung am Montagnachmittag mitteilte, seien die Zahlen des Gesundheitsamtes die richtigen. „Die unterschiedlichen Werte resultieren aus Zeitverzögerungen bei der Übermittlung der Daten an das LAVG. Diese Problematik ist bekannt“, teilte Pressesprecher Alexander von Uleniecki mit. Der Kreis arbeitet derzeit an einer Lösung und befindet sich mit der Landesbehörde in Abstimmung.

Eine weitere Frau stirbt im Zusammenhang mit Corona

Derweil sind von Sonntag zu Montag 38 Neuinfektionen in Ostprignitz-Ruppin zu vermelden. Seit dem Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020 gibt es somit im Landkreis 2433 laborbestätigte COVID-19-Fälle. 1.416 Menschen im Landkreis gelten als genesen, das sind 63 mehr gegenüber Sonntag. Somit gibt es aktuell 965 aktive Erkrankte in OPR, die dem Gesundheitsamt gemeldet wurden. Die Zahl der Verstorbenen in Zusammenhang mit einer Coronaerkrankung ist um einen weiteren Todesfall auf 52 gestiegen: Eine Frau Ende 80 aus dem Raum Wusterhausen ist gestorben.

100 Corona-Patienten in drei Krankenhäusern

Einen leichten Anstieg der zu behandelnden Covid19-Patienten vermelden die Krankenhäuser in Ostprignitz-Ruppin. Insgesamt 100 Patienten werden aktuell in den drei Kliniken versorgt. Davon sind 75 auf einer Normalstation, 25 werden intensiv betreut. In zehn Fällen muss eine Beatmung erfolgen.

Vier Flüchtlingsfamilien isoliert

Bei den Neuinfektionen ist laut der Kreisverwaltung erneut der Seniorenwohnpark in Neuruppin betroffen. Zudem wird das Infektionsgeschehen im Übergangswohnheim in Neuruppin weiter betrachtet. Dort waren am Sonnabend 96 Bewohner, Mitarbeiter und Wachschutzpersonal getestet worden. Die Tests wurden vorgenommen, nachdem ein Bewohner und ein Mitarbeiter aus zwei unterschiedlichen Modulen des Übergangswohnheims in der ersten und zweiten Januar-Woche Symptome gezeigt hatten und danach positiv getestet wurden. Daraufhin wurden Kontaktpersonen ermittelt, Quarantäne angeordnet und Tests veranlasst. Dabei wurden Covid-19-Erkrankungen bei 13 Bewohnern und zwei Wachschutzmitarbeitern bekannt. Die 13 positiv Getesteten wurden laut dem Kreis zusammen mit dazugehörigen Kindern in einem anderen Gebäude in Neuruppin untergebracht, damit sie niemanden anstecken können. Es handele sich dabei um Angehörige aus insgesamt vier Familien sowie vier Einzelpersonen. „Ziel der Maßnahme ist es, die weitere Ausbreitung von Covid-19 in beiden Modulen des Übergangswohnheims zu verhindern beziehungsweise das Risiko zu minimieren“, so von Uleniecki.
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