Die Beschränken für Reisen in den Landkreis sind nach Kretschmers Einschätzungunverhältnismäßig. "Das Land Brandenburg hat sich dazu entschieden, zwar ein weitgehendes Kontaktverbot, aber eben keine aufenthaltsbeschränkenden Maßnahmen zu erlassen. Deren Wirkung sollten jetzt erstmal abgewartet werden", erklärt er. Die Annahme des Kreises in der Verordnung, dass das schöne Wetter zu Ansammlungen von Personen im Freien führen würde, sei gerade bei Nutzern von Wochenendgrundstücken nicht gegeben. Zudem stehe die Begründung nicht im Einklang mit der Infektionslage in Ostprigntz-Ruppin.
Für Kretschmer werfe auch "die Regelungswut des Landrates" Fragen auf: "Ist es jetzt noch möglich, dass Familienangehörige, die in Gumtow im Landkreis Prignitz wohnen, deren Großeltern aber in Kyritz Landkreis Ostprignitz-Ruppin leben, mit Lebensmitteln zu versorgen?", fragt Kretschmer wahrscheinlich mit Blick darauf, dass Landrat Reinhardt selbst in der Gemeinde Gumtow lebt. "Ich frage mich auch, wie der Landkreis die Verfügung umsetzen möchte oder sollen Grenzkontrollen an den Landkreisgrenzen eingeführt werden?", so der Politiker. Schließlich sei es auch möglich, dass Spaziergänger, die aus Mecklenburg kommend, unbeabsichtigt ihren Fuß auf das Gemeindegebiet von Rheinsberg setzen. Wie damit umgegangen wird ist noch offen. Der Landkreis will sich heute zu seiner Allgemeinverfügung äußern.