Das Gut Tornow bei Wusterhausen ist eines von zwei Beherbungsunternehmen in Brandenburg, die gegen das aktuelle Beherbungsverbot vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg per Eilantrag vorgegangen sind. Das Verbot untersagt die Unterbringung von Gästen, die aus Corona-Risikogebieten mit hohen Infektionszahlen kommen. Für Brandenburg macht es die Lage umso schwieriger, denn Berlin zählt als Risikogebiet, Berliner aber als die häufigsten Urlauber und Tagesgäste. Und im Unterschied zu anderen Betrieben können sich Besucher auf dem Gut Tornow besser aus dem Weg gehen als in der Großstadt oder in einem üblichen Hotel.

Es geht um die Existenz

Guts-Betreiber Burkhard Theiselmann, der Landwirt und Jurist ist, befürchtet, dass dieses Verbot seiner Frau und ihm die Existenzgrundlage entzieht und damit die zehn Jobs auf dem Gut auf dem Spiel stehen. Bereits beim ersten Lockdown im Frühjahr sei die Lage dramatisch gewesen. Jetzt musste er vorsorglich für seine Mitarbeiter ab dem 1. November wieder Kurzarbeit beantragen.

Mehr Platz als andere

„Bei unserer Klage war auch sicher etwas Zorn dabei“, räumt Theiselmann ein. Denn das Beherbungsverbot schere alle Unterkünfte über einen Kamm – Hotels, in denen es im Fahrstuhl, auf den Gängen oder am Büfett eng werden könnte oder eben auch Campingplätze, auf denen sich mehrere Parteien die sanitären Einrichtungen teilen müssen.
Auf dem Gut Tornow gestaltet sich die Lage anders: Auf diesem gibt es 18 Ferienwohnungen mit Platz für 70 bis 80 Gäste.  Und  der Hof, an dem die Unterkünfte anliegen, ist laut Theiselmann etwa zehn Hektar groß – Platz, um Abstände einzuhalten und sich aus dem Weg zu gehen. Die Gäste versorgen sich selbst. „Sie können bei uns unter den bekannten Abstands- und Hygieneauflagen im Hofladen einkaufen. Oder sie bringen sich ihre Lebensmittel mit“, so der Unternehmer. Seine Frau Brigitte würde stets darauf achten, dass sämtliche Regeln eingehalten werden. „Wir tragen hier schließlich selbst die größte Verantwortung und können es nicht riskieren, dass etwas passiert und wir dann schließen müssen“, betont der Tornower.

Absurde Corona-Regelung

Nicht nur, dass sein Unternehmen mit anderen Betrieben mit geringerem Platzangebot gleich gesetzt wird, ärgert Theiselmann. „Es ist doch absurd, Tagesgäste zuzulassen, ihnen aber die Übernachtung nicht zu erlauben“, sagt er mit Blick auf das Beherbergungsverbot.
Das Gericht wollte am Freitag über die Eilanträge entscheiden. Bis zum Abend lag aber noch kein Ergebnis vor.