Das Gericht konnte nicht feststellen, dass die Reisebeschränkungen gemäß des Infektionsschutzgesetzes zur Verhinderung der Verbreitung des Coronavirus erforderlich sind. "Entgegen der Annahme des Landkreises drängt sich eine absehbare Kollabierung des Gesundheitssystems des Landkreises infolge eines erhöhten Anstiegs der Ansteckungsgefahr wegen der bevorstehenden Anreise von Zweitwohnungsnutzern keinesfalls auf", teilte das Gericht mit. Das Anliegen des Kreises, das Gesundheitssystem zu schützen, sei zwar ein berechtigtes Anliegen. Inwieweit ein Zusammenhang zwischen der Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems und der Nutzung von Nebenwohnungen besteht, war für das Gericht jedoch nicht ersichtlich. Weder in der Allgemeinverfügung noch in der Erwiderung des Kreises auf die Klage seien dafür Gründe genannt worden. Das Gericht weist darauf hin, dass die Beherbergung von Touristen sowieso über die Eindämmungsverordnung des Landes verboten ist. Gegen die Beschlüsse des Gerichts steht Landrat Ralf Reinhardt (SPD) die Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zu.