Die Amtsdirektoren und Bürgermeister in Ostprignitz-Ruppin rufen gemeinsam mit Landrat Ralf Reinhradt (SPD) dazu auf, in diesem Jahr auf Halloweenumzüge und -feiern zu verzichten. Sie schließen sich damit der Empfehlung des Brandenburger Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz an.

Verzicht auf Feiern, Umzüge und Klingeltouren

Angesichts steigender Infektionszahlen seien weder Umzüge und Feiern noch die beliebten Klingeltouren von Haustür zu Haustür in diesem Jahr geboten, ist man sich einig. Die Infektionsgefahr sei derzeit einfach zu groß, um ein solches Risiko einzugehen. „Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger um Verständnis, auch wenn es schwerfällt“, sagen die Amtsdirektoren, Bürgermeister und Vizelandrat Werner Nüse, „gerade jetzt kommt es auf jeden Einzelnen an, unnötige Kontakte zu vermeiden, damit sich das Virus nicht weiter in diesem Tempo ausbreiten kann.“

Diffuses Infektionsgeschehen

Bei einem diffusen Infektionsgeschehen, wie aktuell auch in Ostprignitz-Ruppin – alleine am Donnerstag kamen 26 Corona-Neuinfektionen hinzu –, sei die Reduzierung persönlicher Kontakte dringend geboten. „Die neuen Covid-19-Fälle lassen sich nur noch eingeschränkt bestimmten Ursprüngen beziehungsweise Clustern zuordnen“, heißt es aus der Landkreis-Verwaltung. Dadurch sei die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung des Virus im Landkreis hoch. Feiern, bei denen Menschen auf engem Raum zusammenkommen, könnten zur Ausbreitung des Virus ebenso beitragen wie Umzüge, wo es viele unterschiedliche Kontakte gibt, so die Kreisverwaltung.
„Wir appellieren inständig an die Vernunft aller, der Kinder, der Jugendlichen und insbesondere der Eltern“, so die Amtsdirektoren und Bürgermeister, „nur wenn wir uns jetzt gemeinsam anstrengen, haben wir eine Chance, Weihnachten mit etwas weniger Einschränkungen feiern zu können.“
Laut der Veröffentlichung des Landesamtes für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit vom 28. Oktober um 8.30 Uhr ist zudem die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb der letzten sieben Tage im Landkreis Ostprignitz-Ruppin auf mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner gestiegen. Damit gelten mindestens bis zum 6. November, also auch an Halloween, strengere Maßnahmen unter anderem bei privaten Feiern: Diese sind im privaten Wohnraum und auf dem eigenen Grundstück mit mehr als zehn zeitgleich Anwesenden aus mehr als zwei Haushalten untersagt. Das gilt auch für Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen mit mehr als zehn zeitgleich Anwesenden.

Auch private Feiern müssen angemeldet werden

Veranstalter von privaten Feierlichkeiten mit mehr als sechs Personen müssen diese mindestens drei Werktage vor Veranstaltungsbeginn dem zuständigen Gesundheitsamt unter Angabe des Veranstaltungsortes und der geplanten Anzahl der Teilnehmenden anzeigen. „Diese Meldepflicht besteht für private Feierlichkeiten mit mehr als sechs zeitgleich Anwesenden außerhalb des eigenen Haushalts“, heißt es in der Brandenburger Umgangsverordnung.
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