So konnten die Ortsbeirats-Mitglieder Ute Boehm und Burkhardt Stranz auch Besuch aus der Schweiz begrüßen: Mit Rascha Osman war die Chefin der Kulturabteilung der Schweizer Botschaft der Einladung nach Linow gefolgt, um die Grüße aus dem Alpenland zu überbringen. Sie zeigte sich beeindruckt, wie das kleine Dorf die Erinnerung an die Eidgenossen wachhält, die Ende des 17. Jahrhunderts die Reise in die Mark angetreten hatten.
Begonnen hatten die Feierlichkeiten mit einem Festgottesdienst, der von Pfarrer Jann Branding geleitet wurde. In dem komplett gefüllten Gotteshaus ergriff auch Burkhardt Stranz das Wort. Der Ortsvorsteher erinnerte an die wechselvolle Geschichte des Ortes, die mit der Besiedlung der Schweizer einen Aufschwung bekommen hatte. Die Neubürger sorgten damals dafür, dass die heutige Kirche mit Spenden aus der Schweiz gebaut werden konnte. Der Prediger und der Schulmeister waren vor 300 Jahren Schweizer. Noch heute erinnern Namen wie Trachsel, Hoffert, Strasser, Längacker, Müller und andere an die ersten Siedler.
Heute ist der älteste Bürger Herbert Stranz (84) und die älteste Bürgerin Hanni Aßmann (91). "Und der jüngste Bürger von Linow ist Brenden Lio Deinert", erklärt Stranz unter spontanem Beifall. Dann berichtet der Ortsvorsteher, welche Gewerke und Geschäfte es früher in seinem Ort gab. Es waren mit Heinrich Schenk und Albert Endler zwei Schneider, mit Heinrich Otto und Hermann Schönberg zwei Tischler, der Schmied Walter Laudahn, der Holz- und Kohlenhändler Paul Kuhfeld, sowie der Bäcker und Kolonialwarenhändler Paul Conelsen. Aber auch zwei Schuster, einen Stellmacher und einen Bauschlosser gab es im Ort.
Der Ortsvorsteher dankte Lothar Schneider (79), der dafür gesorgt hat, dass die Geschichtseichen an der Kirche ihre Bedeutung zurück gewonnen haben. Die Bäume wurden 1815 zur Erinnerung an die Befreiungskriege gegen Napoleon, 1871 aus Anlass der Deutschen Reichsgründung, 1918 zum Ende des Ersten Weltkriegs und 1990 anlässlich der Wiedervereinigung gepflanzt.
Ute Boehm brachte ihre Freude zum Ausdruck, dass die Schweizer Botschaft jemand zum Fest entsandt hat.
Stranz lobte seinerseits die Vereine im Ort, die sich wie bei jedem Anlass auch am Sonnabend aktiv am Fest beteiligten. Er dankte auch den ortsansässigen Gewerbetreibenden, die helfen, wenn Hilfe benötigt wird. Gefeiert wurde mit Blasmusik, dargeboten vom Rheinsberger Posaunenchor und mit Alphornklängen, indem Peter und Klaus Carl aus Schleusingen in Thüringen für schweizerisches Flair sorgten.