Der Preis wurde von der Fachzeitschrift "Fliesen und Platten" ausgelobt, dem führenden Branchenblatt mit einer Auflage von 11500 Exemplaren. Ob seine Firma am Ende ein Preisgeld gewinnt, ist Jens Heidrich egal. Viel wichtiger ist ihm das Prestige, das mit dem Wettbewerb einhergeht.
Jens Heidrich ist zuständig für das Organisatorische. 2002 führten er und sein Bruder Dirk den Betrieb ihres Vaters fort und gründeten die Heidrich Fliesen GmbH mit Sitz in Zernitz. Im dortigen Büro bearbeitet Jens Heidrich die Aufträge, kauft Material, macht die Abrechnungen und was sonst an kaufmännischen Aufgaben anfällt. Sein Bruder Dirk ist eher selten im Büro. Er lebt in Rüthnick und ist vor allem auf den Baustellen zu finden. Dort leitet er die Mitarbeiter an und koordiniert den Ablauf der Arbeiten. Mit Schwimmhallen kennen sich die Heidrichs aus. Unter anderem haben sie bereits Aufträge für die Sportschule in Lindow und das Sportcenter in Neuruppin erledigt. Laut Jens Heidrich ist ihre Firma die einzige in der Region, die derartige Großaufträge annimmt. Denn diese sind zwar lukrativ - allein der Hamburger Auftrag hat einen ganzen Jahresumsatz gebracht - sie sind aber auch riskant. Denn je größer der Arbeitsumfang, desto höher die Gefahr, dass etwas schief geht. Wenn in einem Schwimmbecken etwas undicht ist, kann es teuer werden.
In Hamburg kam erschwerend hinzu, dass die Bauzeit sehr kurz war. Fünf Monate blieben, um die Becken zu verputzen und insgesamt 6800 Quadratmeter Fliesen zu verlegen. Ende November 2012 begann die Firma Innenausbau Kaatzsch mit den Putzarbeiten. Erst Anfang Januar konnten die Kacheln angebracht werden. Um die Arbeiten in der kurzen Zeit zu bewältigen, hatten die Heidrichs Hilfe von den Firmen Ruppiner Ausbau und Goldschmidt & Müller. Trotzdem gab es Schwierigkeiten. "Wir hatten Schnee und Frost von draußen", erinnert sich Dirk Heidrich. Weil eine Fassadenseite des Schwimmbads eine 40 mal 8 Meter große, faltbare Fensterfront erhalten sollte, war jene Seite des Gebäudes offen. Wegen der Witterung konnte der Estrich nicht so schnell trocknen wie gewünscht. Die Firma Kaatzsch musste zum Schutz vor dem Wetter erst eine entsprechend große Wand aufstellen.
Als dann im Januar die Fliesenleger ihr Werk beginnen konnten, was die Zeit knapp. Bereits Ende März sollte das Schwimmbad eröffnet werden. Normalerweise hätten die Firmen ein bis zwei Monate mehr benötigt. Also wurde durchgearbeitet, mit Überstunden und Wochenend-Einsätzen. "Wir hatten bis zu 40 Leute vor Ort. Die verschiedenen Firmen zu koordinieren, war eine Herausforderung", sagt Dirk Heidrich im Rückblick. Am Ende ging alles gut. Die Eröffnungsfeier bekam Heidrich aber nicht mit. Er kontrollierte lieber noch einmal, ob überall sauber gearbeitet worden ist. "Am Ende der Feier war ich fix und fertig." Anschließend nahm er erst einmal eine Woche Urlaub.
Rückblickend haben sich die Mühen gelohnt. Die Jury von "Fliesen und Platten" wählte die Arbeit der Brüder unter die besten fünf Schwimmbäder des Jahres.Jens Heidrich glaubt, dass dies zwar auch mit der Qualität zu tun hat. Die Größe und Modernität des Gesamtgebäudes habe aber auch dazu beigetragen, überhaupt wahrgenommen zu werden. "Je schöner die Architektur insgesamt ist, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, diesen Preis zu gewinnen. Für uns ist das natürlich wertvolle Werbung, und es kommt auch der Region zugute."
Internetnutzer können an der Wahl zum Schwimmbad des Jahres teilnehmen unter: hhtp://schwimmbad-des-jahres.de/abstimmen.