Das rechnete Bildungsamtsleiterin Anke Somschor den Abgeordneten am Donnerstagabend in der Ausschusssitzung vor. Gründe für die Riesenlücke sind unter anderem, dass noch Zahlen von 2009 plus 25 Prozent der jüngsten Kostenschätzung zugrunde lagen und das Land den Hortbau nicht extra fördern will, weil er in der Kita integriert ist. Laut Somschor waren die Planer davon ausgegangen, dass es genügt, einfach 25 Prozent mehr auf die Kostenschätzung von vor zehn Jahren draufzuschlagen. Doch angesichts der derzeitigen Baupreise habe sich nun herauskristallisiert, dass das nicht ausreichen wird.
Entsetzen herrschte bei einigen Abgeordneten darüber, dass sich die Kreisverwaltung die kolossale Extrazahlung gern vom Finanzausschuss in zwei Wochen absegnen lassen will; demgegenüber streitet sich die Behörde mit Abgeordneten über Vorschläge von 100 000 beziehungsweise 50 000 Euro. Ersteres ist eine Summe, die die CDU gern in einen „Goldenen Plan Sport“ fließen lassen will; bei den 50 000 Euro handelt es sich um einen Bürgerhaushalt, den die Linkspartei gerne erstmals in Ostprignitz-Ruppin anbieten will. Der Goldene Plan für Kleininvestitionen in Sportstätten wird von der Verwaltung unter anderem deswegen abgelehnt, weil es bereits eine Sportförderung samt Richtlinie gibt. Beim Haushalt, über den teilnehmende Bürger bestimmen, sieht die Kreisverwaltung Nachteile, weil schlecht auseinanderzuhalten sei, was Kreis- und Stadtaufgaben sind, und weil der Kreis nur über Geld verfügt, das ihm alle Städte und Gemeinden aufs Konto überweisen.
Laut Somschor dürften mit solchem Geld nur freiwillige Aufgaben gestemmt werden: Bei den Plänen für die Gebäude an der Pestalozzischule handele es sich um „Pflichtaufgaben“, entgegnete sie Rita Büchner, der Fraktionsvorsitzenden der Linken. Diese hatte es nicht fassen können, dass neben dem sechseinhalb Millionen für den Büro-Neubau des Kreises an der Neustädter Straße in Neuruppin nun auch 1,8 Millionen Euro da sind, für den Bürgerhaushalt aber nichts.