Die Behörde hatte den Eigentümer aufgefordert, bis zum 28. Oktober weitere Sicherungsarbeiten vorzunehmen. Wie Bauamtsleiterin Jana Kolterjahn sagte, sollte unter anderem das große Loch im Mauerwerk der rhinseitigen Fassade geschlossen werden. Auch die Mauerabbrüche im Traufenbereich und an den Fensterstürzen sollte der Investor beheben. Stattdessen ist die Obermühle lediglich mit einer Holzkonstruktion überdacht worden, um sie vor Niederschlägen zu schützen. Zudem ist das Gebäude eingerüstet und teils mit Holzbalken abgestützt worden, umzu verhindern, dass Gebäudeteile herunterfallen und womöglich Passenten gefährden. Nachdem die geforderten Schritte zum Erhalt der Mühle nicht eingeleitet wurden, hat die Denkmalschutzbehörde die Frist nicht nochmals verlängert. Nun muss der Eigentümer ein von der Verwaltung festgelegtes Zwangsgeld zahlen.
Ältester Mühlenstandort
An der Bedeutung der Obermühle gibt es aus Sicht der Denkmalschützer keinen Zweifel. Das Haus steht an einem der ältesten Mühlenstandorte des Ruppiner Lands und besaß als Getreide- und Sägemühle eine große wirtschaftliche Bedeutung. Bereits um 1533 ist eine Mühle in Rheinsberg belegt. Am jetzigen Standort gab es nachweislich ab 1740 eine Mühle. Das heutige Hauptgebäude ist 1848 errichtet worden. Bis in die 1960er-Jahre wurde die Mühle wasserbetrieben. Bis in die 1990er-Jahre lief sie noch  als motorbetriebene Schrotmühle weiter. Immer wieder gab es anschließend Ideen, sie gastronomisch oder touristisch zu nutzen. Nur umgesetzt wurde bisher keine davon.
Die Frage ist, wie lange die Obermühle noch vor dem Verfall bewahrt werden kann. Die untere Bauaufsichtsbehörde hat einen Prüfer beauftragt, die Standsicherheit des Objekts zu untersuchen. Anhand des Berichts des Ingenieurs sei davon auszugehen, dass das Gebäude gerettet werden kann. Allerdings sind dazu weitere bauliche Eingriffe nötig. Die bisherigen Maßnahmen haben lediglich dazu gedient, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Eine umfassende Sanierung der Bausubstanz sei allerdings unbedingt nötig. Sollte weiterhin nichts geschehen, geht Kolterjahn davon aus, dass innerhalb der nächsten drei bis vier Monate weitere Schäden auftreten, die den Verfall weiter beschleunigen und die Sanierung zunehmend erschweren. Ein Bauantrag ist bisher jedoch nicht gestellt worden. Aus Sicht der Denkmalschützer gibt es keine Gründe, die der Erhaltungspflicht des Eigentümers entgegenstehen.

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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel