Peter Neiß, Vorsitzender des Neuruppiner Tempelgartenvereins, ist normalerweise nicht so schnell zu schocken. Ein Schreiben der Denkmalschutzbehörde des Landkreises hat das aber geschafft. Die Behörde teilte ihm in der vergangenen Woche mit, dass die Holzkisten, mit denen die Skulpturen im Tempelgarten vor Frost geschützt werden, nicht mehr mit Fotoplatten der Kunstwerke bestückt werden dürfen.
Dabei war das bei den ersten Figuren schon vor zwei Jahren passiert. Diese Bilder sind laut der Behörde aber denkmalschutzrechtlich erlaubnispflichtig und stellten eine schwere Beeinträchtigung des Tempelgartens dar, die auch nicht erlaubt werden könne. Das heißt: Nur die Holzkisten sollen über die Figuren gestülpt werden.

Denkmalschutz-Argumente unbegreiflich und befremdlich

Dabei waren es genau die Fotos der jeweiligen Skulpturen, die auch in den Wintermonaten den Besuchern ein detailierten Einruck der verpackten Skulpturen ermöglicht hat, argumentierte Neiß gegenüber dem Landkreis. Zudem würden mit den Bildern „sowohl das Gartendenkmal insgesamt als auch die einzelnen Kunstwerke in ihrer Bedeutung und Wirkung gewürdigt“, so Neiß, der die Reaktion der Denkmalschutzbehörde als unbegreiflich und befremdlich empfindet.
Den Schriftwechsel zwischen Denkmalschutzbehörde und Verein hat Neiß auch Landrat Ralf Reinhardt (SPD) zugeschickt, und darin deutlich gemacht, dass der Vereinsvorstand kein Verständnis dafür hat, wie die Behörde mit den Ehrenamtlern umgeht und deren Verhalten weit entfernt von einer bürgernahen Verwaltung sei. Der Verein wartet nun eine Stellungnahme des zuständigen Landesamtes ab. Vom Landkreis hatte er bisher nichts mehr gehört.