Noch im vergangenen Oktober hatte es Gespräche zwischen Neuruppins Baudezernenten Arne Krohn und den türkischen Investoren gegeben, denen das Objekt gehört (wir berichteten). Darin ist beraten worden, wie der weitere Verfall gestoppt werden kann. Wie die Kreisverwaltung auf Nachfrage bestätigte, hatten die Eigentümer im Januar darüber informiert, dass Angebote für einzelne Leistungen eingeholt und überprüft werden.
Der Kreis hält jedoch jede Bemühung für vergeblich. Wegen der abgelegenen Lage des Guts sehe die Ostprignitz-Ruppiner Verwaltung keine Nutzungsperspektive für das Gut. Das hatte Vize-Landrat Werner Nüse bereits im vergangenen Jahr bekräftigt. Deshalb erachtet die Untere Denkmalschutzbehörde es auch nicht für nötig, ordnungsrechtliche Maßnahmen gegen die Eigentümer zu erlassen oder Schritte zur Sicherung zu verlangen.
Eine Nutzerin der Facebook-Gruppe "Unser Neuruppin, damals und heute" hatte behauptet, dass derzeit "ein Gerichtsprozess in dieser Sache" laufe, weil der Investor nicht bereit sei, Auflagen einzuhalten. Wie die Kreisverwaltung mitteilte, gibt es jedoch keinen Rechtsstreit. Im Gegenteil: Die Behörde hält jede Investition in den Erhalt offenbar für verschwendet. In Anbetracht der geringen Aussicht auf ertragreiche Nutzung des Geländes seien die hohen Kosten nicht angemessen, die für die Sicherungsarbeiten sowie für die hohen planungsrechtlichen Anforderungen für eine künftige Nutzung anfallen würden. Insofern sei "der weitere Verfall der Gebäude nicht aufzuhalten".