Dass diese Zahl stimmt, bestätigte am Dienstag Ekkehard Hinke, der beim Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch für das Rastplatzmanagement zuständig ist. Besonders im Bereich Brunne halten sich noch viele Kraniche auf, hat er beobachtet. "Da steht ein Maisfeld unter Wasser, das nicht abgemäht wurde", erklärt Hinke. "Da bedienen sie sich."
Der Grund dafür, dass die Tiere in der Region bleiben, liegt aber nicht nur an der guten Nahrungsmittelsituation - auch das Wetter spielt eine entscheidende Rolle. "In Frankreich oder Spanien ist es momentan ja auch nicht wärmer als hier", sagt Hinke. In diesem Jahr handle es sich zwar um eine recht hohe Anzahl an Kranichen, die auch in den Wintermonaten rund um Linum bleiben. Ganz ungewöhnlich ist das aber nicht. "2011 haben wir auch viele Vögel beobachtet, vor allem in der Nähe von Eichstädt", erinnert sich Ekkehard Hinke.
Der Fachmann rechnet mittlerweile auch nicht mehr damit, dass die Kraniche das Land unbedingt noch verlassen. "Der Zugtrieb geht ja auch zurück", so Hinke. Ende Januar, Anfang Februar sei das Gegenteil der Fall: Die Vögel konzentrieren sich schon darauf, wieder in ihre angestammten Brutregionen zu gelangen. Das sei nun bald der Fall, so der Profi.
Sollte es nun doch noch zu einem starken Wintereinbruch kommen, haben die Kraniche erst einmal nicht allzu viel zu befürchten: "Sie sind ja jetzt noch wohlgenährt", sagt Hinke. "Da werden sie schon eine Weile durchhalten." Das Schlimmste, was den Vögeln dann passieren könnte, wäre, dass sich eine dicke Schneedecke über die Erde - und damit über die Nahrung - legt. Aber selbst wenn diese Situation eintreten sollte, ist Hinke nicht allzu besorgt: "Die Kraniche können ja fliegen", sagt er. Im Zweifelsfall würden sich die Tiere also einfach eine neue Nahrungsquelle suchen. "Und bei Biesenthal gibt es beispielsweise einen Waldsee, der nie zufriert", sagt Hinke. Wenn es allerdings einen ganz strengen Winter gibt, kann der sogenannte Umkehrzug einsetzen, der die Tiere dann doch noch in wärmere Gefilde treibt. "Aber daran glaube ich nicht", so der Experte.
Auf Wintermodus haben die Kraniche geschaltet, obwohl sie die Umgebung von Linum nicht verlassen haben: "Sie wechseln jetzt nur noch zwischen ihrem Schlaf- und ihrem Nahrungsplatz", erklärt Hinke. Er hat sich bemüht, die Kraniche nahe Brunne zu zählen. Einfach war das aber nicht: "Wir haben es versucht, aber die Vögel stehen wirklich sehr eng beieinander." Dadurch wird die Zählung erschwert. Auf rund 2 500 Vögel sind er und seine Helfer aber auch gekommen.
Eigentlich haben die Linumer Rastplatzmanager im Winter ein bisschen Ruhe, doch das ist in diesem Jahr etwas anders. "Irgendwie hat die Saison gar nicht wirklich aufgehört", meint Hinke. Gerade erst hat er in Hennigsdorf ein Brutpaar beobachtet, das schon seinen angestammten Platz besetzt hat.