14 Frauen und Männer bekamen am Wochenende im Haus Wegwarte in Neuruppin ihre Zertifikate zum Abschluss ihrer Ausbildung zum ehrenamtlichen Hospiz-Mitarbeiter und Sterbebegleiter überreicht. Darüber freute sich auch Kursleiter Konrad Gerbing.

Kurs dauerte ein Jahr

Über einen Zeitraum von etwas mehr als einem Jahr sammelten die Kursteilnehmer Kenntnisse und Erfahrungen in unterschiedlichen Sachgebieten. „Ich bin zwar ein Gefühlsmensch, trotzdem fiel es mir nicht leicht, meine Gefühle nach außen preiszugeben“, berichtet Teilnehmerin Gabriele Blaschek.

Für Mitmenschen da sein

Anette Bartsch, die vor zwei Jahren ihre Schwester verlor, fragte sich damals oft: „Was hätte ich in den letzten Tagen noch besser machen können?“ Jedes Mal, wenn sie ihre Schwester fragte, ob sie dieses oder jenes möchte, erhielt sie nur ein „nein“ von ihr. Darüber habe sie sich immer gewundert. Im Kurs wurde ihr bewusst, dass sie von sich selbst ausgegangen war und dass ihre Schwester nur Ruhe benötigte. „Einfach für sie da sein, das war alles, was sie brauchte“, so Bartsch.

Ausbildung mit verschiedenen Übungen

Im Kurs lernten die Teilnehmer deshalb, sich selbst zurückzunehmen, genau auf die Bedürfnisse des anderen einzugehen und diese zu erkennen, auch wenn der andere vielleicht nicht mehr sprechen kann. Die Ausbildung umfasste zudem Übungen zum aktiven Hören, zu den Themen Nähe und Distanz, Rollenspiele sowie rechtliche Themen und die Angehörigenarbeit.

Unterschiedlichste Kursteilnehmer

So vielfältig die Motive sind, Sterbebegleiter zu werden, so unterschiedlich sind die Menschen, die dies künftig leisten wollen: Die Jüngste des Kurses, Sarah Rühl, studiert gerade Psychologie, und die Älteste, Gabriele Blaschek, ist schon Rentnerin. Von der Bankangestellten, dem Seniorenbetreuer, Industriekaufmann über die Erzieherin und den Beamten sind die Berufe ebenfalls breit gestreut. So ist es keine Frage des Alters, Geschlechtes oder des Berufes, andere Menschen in den letzten Lebensmonaten oder -tagen zu begleiten.

Dank für die Sterbebegleiter

Die Tätigkeit eines ehrenamtlichen Hospizhelfers sei jedoch keine Einbahnstraße des Gebens, erklärte Barbara Günther, die von ihrem ersten Einsatz erzählte. Der Besuchte habe sie gefragt, wie viele Menschen sie denn betreue, so Günther. „Als ich ihm sagte, dass ich nur ihn besuche, strahlte er über das ganze Gesicht und war richtig stolz“, erinnert sie sich. „Diese Freude und Dankbarkeit begleiteten mich den ganzen Tag. Einen Menschen so glücklich zu machen, ist ein wunderbares Gefühl.“

14 Absolventen

Ihre Ausbildung in Neuruppin schlossen Stephan Masson, Gabriele Blaschek, Dietmar Krebs, Sarah Rühl, Barbara Günther, Kornelia Pritzkow, Bigit Otto, Ilona Seibicke, Anette Bartsch, Marion Martin, Michael Schneider, Sebastian Ludwig, Christine Krieg und Inken Taube ab.