Thomas Helmer gibt an Fredi Bobic ab – und das auf sattem Linumer Rasen. Was nicht nur Fußballer-Herzen höher schlagen lässt, könnte bald Wirklichkeit werden: Uwe Seelers Traditionself soll am 30. Juni ins Storchendorf kommen.
Die Idee dazu, die Traditionself einzuladen, kommt von Eckhard Koop. Der Kremmener ist Fußballer aus Leidenschaft und spielt seit vielen Jahren beim Verein SG Linum. Nun will sich der Malermeister mit einem Knall aus dem Sport verabschieden – mit 48 ist er einfach zu alt und bevor es ganz unästhetisch wird, meint er. „Es passt auch ganz gut, weil der Verein 2012 seinen 60.Geburtstag hat“, so Koop. Also gleich zwei Gründe zum Feiern. „Da wollte ich ’was Verrücktes machen“, sagt Koop.
Ein Turnier mit echten Stars, das wär’ doch was. „Irgendwie fiel mir als erstes Borussia Dortmund ein.“ Also rief er dort an und fragte, ob es möglich sei, die dortige Traditionself zu buchen. Erst hieß es, es klappt. Doch dann wurde das Angebot nach sechs Tagen zurückgezogen. Doch Koop wollte noch nicht aufgeben. Er kontaktierte Schalke 04. „Die hätten aber nur im August gekonnt und da steht schon wieder die Saison-Vorbereitung an.“ Nächster Versuch: Werder Bremen. Dort meldete sich erst niemand und als das Okay kam, war es zu spät. Koop hatte schon Kontakt zu Uwe Seelers Traditionself aufgenommen und die hat den 30.Juni für die Linumer reserviert.
Ein Glückstreffer, denn Größen wie Dixi Dörner, Dariusz Wosz, Andreas Brehme und Steffen Freund in Linum kicken zu sehen – das zieht nicht nur eingefleischte Fußballer an. Wer genau im Storchendorf spielen wird, steht noch nicht fest: Koop bekommt in den nächsten Tagen drei Angebote zugeschickt. Dabei gilt: je bekannter, desto teurer. Also sind die Vereinsmitglieder fieberhaft dabei, Spenden zu sammeln und Sponsoren zu suchen. Dann wird Kassensturz gemacht und der Vertrag kann unterschrieben werden.
Auch aus dem Storchendorf werden erfahrene Sportler auf dem Platz stehen. Eine Auswahl, die ab 1984 im Storchendorf kickte, wird zum Gegner der Traditionself. „Jetzt suchen wir die Leute aus ganz Deutschland zusammen.“ Die Unterstützung aus der SG Linum ist groß: Egal ob Männer, Frauen oder Nachwuchs – alle machen mit und rühren die Werbetrommel. Auch Ortsbeirat und Gemeinde haben Hilfe zugesagt für das riesige Ereignis, das geplant ist.
Die Traditionself soll etwa eine Stunde vor Spielbeginn da sein und bleibt auch im Anschluss noch, um Autogramme zu geben. Vor Spielbeginn wird die bekannte Opernsängerin Friederike Meinel die Nationalhymne singen. Sie ist eine Freundin von Eckhard Koop und hat ihm versprochen, bei seinem Abschied dabei zu sein. „Ich kann mir auch vorstellen, dass ein Kinderchor aus dem Kreis in der Pause auftritt“, so Koop. Dann ist auch die Band Berkhaim & Partner dabei. Sie wird nach dem Spiel zusätzlich noch ein Live-Konzert geben. Es folgt eine Open-Air-Disko und wann das wahre Fußball-Fest ein Ende findet, weiß Koop noch nicht.
1000 Zuschauer können dabei sein, wenn die Traditionself aufläuft. Der Vorverkauf soll etwa acht Wochen vor dem 30. Juni starten. Pro Karten werden sieben Euro im Vorverkauf, acht an der Abendkasse fällig. Ein Teil des Erlöses kommt dem Hilfsprojekt „Kinder helfen Kindern – Musik schafft Zukunft“ zugute.
Ein paar Tage haben die Linumer noch Zeit, Spendengelder zu sammeln, dann soll der Vertrag mit der Traditionself unterzeichnet werden. Die Sponsoren bekommen auch eine Gegenleistung, beispielsweise Bannerwerbung bei der SG Linum. „Wir sind zwar ein kleiner Verein, aber bei uns ist was los“, sagt Eckhard Koop. Er wird sich erst nach dem 30. Juni entspannt zurücklehnen. Bis dahin gibt es noch viel zu tun – für den Auftritt der Tadititionself und für einen Abschied, der sich sehen lassen kann.
Spender können sich bei Eckhard Koop unter (033055) 70101 melden.
Uwe Seeler 1966 in Aktion.