Im Stadion des Friedens fällt gegen 16.45 Uhr oder auch ein paar Minuten später die Entscheidung, ob Hertha Karstädt den Pokal in die Höhe reißt oder Wustrau. Trainer Max Döbbelin: "Ich gehe davon aus, dass es ein hoch spannendes Match wird. Es läuft auf einen Schlagabtausch hinaus." Denn beide Teams prägen herausragende Offensivqualitäten. Was Döbbelin jedoch Falten auf die Stirn legt: Karstädt lasse sich so schwer einschätzen wie kein anderes Team. "Zu Hause sind die Jungs eine Macht, auswärts aber ganz schwach." Weil das Pokalfinale in Wittstock ausgetragen wird, schöpft der Coach Hoffnung auf Letzteres.
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Teil I des anvisierten Doubles lief am Sonnabend prächtig. Gegen den Tabellenzweiten Hansa Wittstock setzte sich der TSV mit 3:1 (1:0) durch. Allerdings mit Mühe. "Hansa hatte die Möglichkeit, um in Führung zu gehen." Ein deutlicher Sieg hätte die Wittstock sogar auf den Thron befördert. Der Pfosten stand Pate und Keeper Eric Eisenberg hielt, was zu halten war. Brustlöser war ein klasse über die linke Seite vorgetragener Angriff nach 29 Minuten, den Domenic Biemann mit dem Führungstor abschloss. Und Döbbelin fand in der Kabine die richtigen Worte, denn seine Mannschaft zog mit einem Doppelschlag (47., 53.) dem Gegner schnell den Zahn. 26-Tore-Mann Biemann (in 18 Spielen) netzte zweimal ein. Döbbelin: "Dann war die Luft raus." Der Ehrentreffer fiel durch einen von Hannes Spitzer verwandelten Elfmeter (80.). Hansa musste die letzten 15 Minuten in Unterzahl agieren, nachdem Schiri Patrick Jammrath (Dreetz) wegen Foulspiels die Gelb-Rote Karte gegen Benjamin Lentz gezogen hatte. Dennoch wäre beinahe der Anschlusstreffer gefallen, wenn nicht Eisenberg im Wustrauer Kasten gewesen wäre.
Für Teil II der Mission Double ist heute ein Bus gechartert worden. Denn schon bei der Meisterschaft wähnte sich das Team um Kapitän Stephan Stäbler von zwei Dutzend Fans begleitet. Alle wollen, dass die Jubelszenen am vorigen Sonnabend am gleichen Ort nur das Vorglühen waren. Kreismeister werden wenige. Pokalsieger noch weniger. Beides in der Karriere zu gewinnen, klappt äußerst selten. Beide Titel in einer Saison zu holen, das ist eine Rarität. Es wäre das i-Tüpfelchen vor allem auch für die vier, die altersbedingt in den Herrenbereich wechseln müssen.