Bio-Gemüse vom Temnitzhof
Inzwischen hat die 32-Jährige das, was als Hobby begann, zu ihrem Beruf gemacht – wenn derzeit auch nur nebenberuflich. Denn Susanne Papke ist vielseitig aktiv. Vor dreieinhalb Jahren kam sie nach Walsleben, nachdem sie sich in den Landwirt Johannes Lentz verliebt hatte. Gemeinsam mit ihrem Mann bewirtschaftet sie den Familienbetrieb, der sich auf den Ökolandbau spezialisiert hat. So sind auf 400 Hektar Getreide sowie Grünland zu finden und 200 Färsen stehen auf den Weiden sowie in den Ställen des Hofes, der bereits in der fünften Generation geführt wird. Drei Schweine, Enten, Gänse, drei Ponys, ein Kaninchen, sechs Wachteln und zwei Hunde gehören ebenso zum Hof, wie zwei Hühnermobile, die rund um Walsleben auf den Wiesen stehen.
Johannes Lentz übernahm 2018 den Betrieb von seinem Vater und seit vergangenem Jahr bauen er und Susanne Papke zusätzlich fünf Sorten Kartoffeln sowie anderes Bio-Gemüse an. "Das ist so gut angelaufen, dass ich mich entschieden habe, mich mit den Feuersäulen und der Gartendeko selbstständig zu machen", verrät die 32-Jährige, die bis dahin immer noch zur Arbeit nach Germendorf gependelt war. Unter dem Logo "Mein Temnitzhof" werden die regionalen Produkte vermarktet, die nicht nur in der "Temnitzer Gemüsekiste" vor dem Haus in der Dorfstraße 12 erhältlich sind, sondern auch in Neuruppiner Bioläden sowie seit kurzem auch bei Rewe.
Jetzt hat Susanne Papke, die aus Flatow stammt, nicht nur mehr Zeit für die zwei- und achtjährigen Söhne, sondern sie muss auch nur noch wenige Meter in ihre kleine Werkstatt gehen. "Meine Mutter sagte, ich sei wahnsinnig, als ich mir den ersten Plasmaschneider zulegte", lacht die engagierte junge Frau. Sie verrät, dass sie sich bei der Arbeit mit Schweißgerät und Metall voll entfalten kann. "Es ist ein guter Ausgleich zum Muttersein und zur Arbeit." Als Rohstoff für ihre Feuersäulen dienen ihr alte Feuerlöscher, Ausdehnungsgefäße von Heizungsanlagen oder Propangasflaschen. Sie kauft sie bei Schrotthändlern. Mit Maske und Schürze sitzt sie dann in ihrer Werkstatt und gestaltet die individuellen Feuersäulen, bei denen auch Kundenwünsche realisiert werden. "Die Säulen sollen ein Thema haben. Ein komplettes Motiv, dass von allen Seiten sichtbar ist", erklärt die 32-Jährige, die ganze Szenerien mit dem Plasmaschneider in die runden Metallkörper zaubert. "Erst male ich die Motive, dann schicke ich den Kunden ein Video", so Susanne Papke. "Auf größeren Säulen passt mehr, da kann ich mich austoben." Und so entstehen maritime Motive wie Boote und Leuchtturm ebenso wie Phantasieblumen, Eulen, Pferde oder Frösche. "Es gibt keine Renner oder Penner", scherzt Papke auf die Frage nach dem beliebtesten Motiv.
Eine besondere Säule entstand jedoch im Auftrag der Walslebener Feuerwehr zum Geburtstag des Amtsdirektors Thomas Kresse. So war auf dem Hingucker nicht nur ein Wappen zu sehen, sondern angelehnt an das neue Logo des Amtes auch die Temnitz, ein Trecker und die Kirche in Netzeband. "Eben alles, was zum Ort gehört", so Papke.
Für ihren neuen Wohnort engagiert sie sich gern. So hat sie mit Freunden neben dem Friedhof ein Blumenfeld angelegt, von dem Sonnenblumen, Gladiolen oder Löwenmäulchen geschnitten werden können. Geld kommt in die Kasse des Vertrauens. Besonders die älteren Einwohner seien ihr dankbar, zumal vor einiger Zeit die Gärtnerei geschlossen hat. Auch für die Adventszeit spuken Papke Ideen im Kopf herum.