"Bislang haben wir improvisiert und immer für jeden eine Lösung gefunden", beruhigt die Apothekerin. So müssten etwa andere Stärken und Packungen oder in Absprache mit den Ärzten auch andere Wirkstoffe verwendet werden. Doch das bedeutet viel Mehrarbeit. Teilweise müssten die Apotheken-Mitarbeiter direkt mit den Herstellern telefonieren, wenn Präparate gar nicht  erst in den Handel gelangen. "Andere können wir disponieren lassen", also quasi auf eine Warteliste setzen lassen. Aber eine echte Informationskette der Hersteller an die Apotheken gibt es nicht. "Wir sehen einfach im Computer, wenn wir bestellen wollen, dass ein Medikament gerade nicht verfügbar ist."
Die betroffenen Kunden, durchschnittlich wenigstens zehn Fälle pro Tag allein in ihrer Apotheke, würden Verständnis zeigen. "Für uns ist das aber auch sehr unangenehm", sagt Weick. Zumal eine Verbesserung der Lage nicht in Sicht sei. "Die Krankenkassen machen Rabattverträge mit den Herstellern. Und die können die Preise nur halten, wenn sie die Grundstoffe im Ausland produzieren lassen." Aktuell gebe es zwar Überlegungen, ein Meldesystem zu etablieren, um Apotheken besser auf dem Laufenden zu halten. "Wie das funktionieren soll, ist aber nicht klar."