Das entsprechende Zertifikat hat am Vormittag Rolf Steffen, Vorstand der Akademie Zukunft Handwerk (AZH), an Inhaber Dieter Herrmann übergeben.
Laut Steffen ist diese Auszeichnung in mehrerlei Hinsicht etwas Besonderes. Schließlich musste sich das Unternehmen für Haus-, Gebäude- und Industrietechnik dafür einer neutralen Überwachung stellen und es durfte keine Angst davor haben, wenn das Ergebnis veröffentlich wird. Um Betriebe richtig einschätzen zu können, müssen schließlich dessen Mitarbeiter in einem Online-Fragebogen Rede und Antwort zu ihrer Zufriedenheit stehen. Anonym versteht sich, ohne dass der Chef zurückverfolgen kann, wer sich beteiligt und welche Antworten gegeben hat.
"Aber schon viele Arbeitgeber scheitern alleine daran", so Steffen. Schließlich ist die Teilnahme an dem mindestens drei Monate dauernden Verfahren freiwillig. Und damit ein Betrieb überhaupt bewertet werden kann, müssen mindestens 65 Prozent der Mitarbeiter mitmachen. Angestellte, die keinen Pfifferling auf ihre Firma geben, halten dann eher die Finger still.
Laut Rolf Steffen haben sich im Unternehmen Herrmann "hervorragende 93Prozent" der aktuell rund 30Mitarbeiter an der Umfrage beteiligt. Dabei stellten sie ihrem Betrieb ein sehr gutes Zeugnis aus. In der Befragung äußerten sich die Mitarbeiter laut Steffen, dass sie stolz darauf sind, in diesem Betrieb zu arbeiten und lobten Dieter Herrmann mit den Worten: "Weiter so, Chef!"
Mit dem Zertifikat will die AZH laut Steffen eines deutlich machen: "Nur mit zufriedenen Mitarbeitern hat man zufriedene Kunden. Und damit wirtschaftlichen Erfolg, kann Steuern zahlen, sich als Unternehmen sozial engagieren und wachsen." Natürlich spiele bei der Arbeitnehmerzufriedenheit das Gehalt der Angestellten eine wichtige Rolle, räumt Steffen ein. Nicht zu unterschätzen seien aber die Arbeitsbedingungen und die Wertschätzung, die ein Arbeitgeber seinen Angestellten entgegenbringt. "Mit ihnen lässt sich Abwanderung vermeiden. Und wenn sie dann deshalb auch Initiativbewerbungen erhalten, haben sie bei neuen Mitarbeitern die Auswahl", erklärte Steffen.
Dass dieses Konzept offenbar Früchte trägt, beweist nicht nur die Auszeichnung. Der Dabergotzer Betrieb ist auch Mitglied beim "Institut für Kundenzufriedenheit". Auftraggeber können dort die Leistung mit einer Bestnote von maximal fünf Punkten bewerten. Die Herrmann GmbH erreicht bei 189 abgegebenen Stimmen einen Wert von 4,78.
Dieter Herrmann sagte, dass diese Auszeichnung vor allem ein Ergebnis seines Teams ist: "Jedes Unternehmen ist nur gut, wenn seine Kunden glücklich sind und zufriedene Mitarbeiter ihre beste Leistung geben können. Das treibt uns gemeinsam an." Neben einer fairen Bezahlung seien ihm als Unternehmer vor allem gegenseitiges Vertrauen, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Respekt voreinander wichtig. Und schließlich möchte Herrmann in Zeiten des Nachwuchs- und Fachkräftemangels auch ein tolles Team an seiner Seite wissen: "Der Kampf um die besten Mitarbeiter hat schon begonnen."
Zu den Gratulanten zählte auch Landrat Ralf Reinhart (SPD): "Es macht mich besonders stolz, dass hier eine solche Auszeichnung vergeben wird. Das ist nicht alltäglich in Ostprignitz-Ruppin und auch nicht in Brandenburg."
Nicht alltäglich war bei der Zertifizierung noch ein weiterer Punkt, so Steffen: Bei der Zufriedenheit der Mitarbeiter gehört das Dabergotzer zu den besten drei ausgezeichneten Unternehmen - bundesweit.