Schon ein neues Fenster kann den Bestandsschutz von Bungalows aus der DDR-Zeit zunichte machen. In Erholungsgebieten sorgt das regelmäßig für Unruhe. Für das Areal am Sonnenlandweg und in dessen Umgebung will ein Wuthenower Verein nun dafür sorgen, dass niemand auf das Verständnis eines Behördenmitarbeiters hoffen muss, sondern dass alle genau wissen, woran sie sind.

Drei Nutzungsuntersagungen wurden im Frühjahr ausgesprochen

Das geschieht nicht aus dem Blauen heraus. In dem Gebiet wurden in diesem Frühjahr drei Nutzungsuntersagungen von der Baubehörde des Kreises ausgesprochen. Andere Grundstückseigentümer mussten nachweisen, dass ihre Baugenehmigungen mit den vorhandenen Gebäuden übereinstimmen. Im August fanden viele Termine der Baubehörde in dem Gebiet statt, nachdem Grundstückseigentümer von der Behörde angeschrieben worden waren. Für den Verein „Erholungsort Wuthenow 1997“ war das ein Grund, aktiv zu werden. Den Zusammenschluss gibt es schon seit 23 Jahren. Gegründet worden war er seinerzeit, um nach der Kreisgebietsreform und der damit verbundenen Eingemeindung der Neuruppiner Seegemeinden ein Sprachohr für die Wuthenower zu sein.

Ein Vorbild für den gewünschten B-Plan gibt es in Zechlinerhütte

Das wird nun offenbar wieder notwendig. Denn bislang gibt es entlang des Sonnenlandweges keinen Bebauungsplan, nach dem sich Grundstückseigentümer richten können, und in dem klar festgelegt ist, was wo erlaubt ist. Ein ähnliches Problem hatte vor Jahren auch eine Bungalowsiedlung in Zechlinerhütte. Dort hatte sich ein Verein gegründet, dem es nach einigen Jahren harter Arbeit gelungen war, gemeinsam mit der Stadt Rheinsberg einen Bebauungsplan aufstellen zu lassen. Das soll nach dem Willen des Vereins auch in Wuthenow geschehen.

Ein langer Weg liegt vor dem Wuthenower Verein

Allerdings ist man dort noch ganz am Anfang des Vorhabens. Vor zwei Woche wurde das Thema bei der jährlichen Mitgliederversammlung erst einmal angesprochen. Am vorigen Wochenende gab es dann ein Treffen mit Grundstückseigentümern. Auch beim Eigentümerverein „Haus und Grund“ wurde schon vorsorglich angefragt. Zudem wurde bereits Kontakt zu dem Verein aufgenommen, der das Verfahren in Zechlinerhütte erfolgreich beendet hat und auch zu dem mit dem dortigen B-Plan beauftragten Planer. Der hat sich das fragliche Gebiet in Wuthenow angesehen und erste Hinweise gegeben. Als nächstes soll das Thema nun im Ortsbeirat besprochen werden.

Es geht nicht nur um Grundstücke, sondern auch um Wege

Denn es geht nicht nur um private Belange. Der Bebauungsplan soll nämlich nicht ausschließlich festlegen, wo Baurecht besteht. Es geht nach Aussagen aus dem Wuthenower Verein auch darum, die Wegesituation zu klären. Ein Teil des Sonnenlandweges ist gar nicht öffentlich gewidmet. Auch die Zuwegung zum Wuthenower Friedhof könnte in dem Verfahren endlich in geordnete Bahnen gelenkt werden, da auch diese kein öffentlicher Weg ist.

Mindestens zwei Jahre müssen eingeplant werden

Dass die Aufgabe, die sich der Verein gesetzt hat, keine leichte ist, ist den Beteiligten klar. Auch die größeren Summen, die zur Aufstellung eines Bebauungsplanes aufgewendet werden müssen, sind angesprochen worden. Derartige Pläne können aufgrund des aufwendigen Verfahrens je nach Größe Kosten in fünf- bis sechsstelliger Höhe verursachen. Zudem vergehen erfahrungsgemäß meist wenigstens zwei Jahre, bis wirklich aus dem Wunsch eine geltende Rechtsvorschrift geworden ist. Jedoch winkt am Ende für alle Beteiligten die Hoffnung, dass niemand mehr einen Besuch der Baubehörde fürchten muss. Schließlich wurde mit dem Zechlinerhütter B-Plan schon einmal bewiesen, dass es klappen kann. Was der Verein nun dafür benötigt, ist also vor allem ein langer Atem.