Den Festgottesdienst zum Jahresausklang nahm Gemeindepädagogin Evelin Tomaske-Fellenberg am Montag deshalb zum Anlass, gemeinsam mit den Konfirmanden an die Geschichte der Gemeinde und der Kirche in Wuthenow zu erinnern.
Die Schinkelsche Normalkirche ist das bislang vierte Gotteshaus, das in dem heutigen Neuruppiner Ortsteil gebaut wurde. Mit ihrer trutzigen Fassade hat sie die Herzen der Wuthenower nicht im Sturm erobert. Gegen namhafte Zeitgenossen wie Landrat Friedrich Graf von Zieten musste Schinkel seinen Entwurf verteidigen. Gefallen indes fand der Bau bei der Regierung: Sie finanzierte mit 3 339 Talern den Bau des mächtigen Turmes, auf den die Wuthenower wegen Geldmangels hatten verzichten müssen. Das Kirchengebäude kostete dagegen vergleichsweise wenig: 3 977 Taler.
Am Geld hapert es aktuell wieder. Seit längerem sammelt die Kirchengemeinde für die Dachreparatur. Unterstützung ist am ehesten von der Landeskirche zu erwarten - allerdings kann die Gemeinde frühestens 2014 in das Förderprogramm rutschen. Das Jahr 2013 soll genutzt werden, um die Dacherneuerung zu planen. Erst dann kann die Gemeinde sagen, wie teuer die Sanierung wird.
Einstweilen, wohl weil in dem Fall von der brandenburgischen Regierung keine plötzliche Unterstützung wie zu Schinkels Zeiten zu erwarten ist, werden weiter Spenden gesammelt. Dass man dabei erfinderisch sein kann, hatte in den vergangenen Jahren die Neuruppiner Kirchengemeinde während der Sanierung der Klosterkirche mit dem Druck von T-Shirts und Ansteckern gezeigt. Am Montag präsentierte auch die Wuthenower Gemeinde etwas, das zusätzliches Geld in die Gemeindekassen bringen könnte: eine Broschüre über die Wuthenower Kirche - insbesondere über die Schinkelsche Normalkirche. Auf 50 Seiten mit zahlreichen Abbildungen wird die Geschichte der Gemeinde erzählt, aus historischen Dokumenten zitiert und ein Einblick in das heutige Leben der Gemeinde gegeben.