Im Dezember 2019 hat die Stadtverordnetenversammlung die Neuruppiner Verwaltung damit beauftragt, das Interessenbekundungsverfahren zu starten, erklärte Maik Buschmann, Leiter des Amtes für Bildung, Kultur und Soziales, in dieser Woche während des Sozialausschusses. "Die Abgeordneten haben uns auferlegt, dass sie die Kriterien dazu noch einmal extra prüfen wollen." Ziel sei es, dass die Lokalpolitik "nah an der Materie ist und mitreden kann". Im Sozialausschuss lagen die Kriterien nun erstmals vor – Zeit für Diskussion und Beschluss, wie Buschmann sagte. Während die Zukunft des Jahnbades in der Vergangenheit immer wieder für rege Gespräche bei den Abgeordneten gesorgt hat, herrschte beim Sozialausschuss aber Stille. Diskussion? Fehlanzeige. Empfohlen wurden die Kriterien aber trotzdem, wenn auch mit einer Gegenstimme.
Jahnbad wird privat
Das Badeanstalt soll, so geht es aus dem Kriterienkatalog hervor, von einer öffentlichen zu einer privaten Einrichtung werden. Zusätzlich soll das Umfeld entwickelt und bewirtschaftet werden. Ganz freie Hand wird der neue Betreiber bei all dem aber nicht haben: Die Stadt gibt einige Regeln vor. Und sie wird das Areal auch nur als Erbpacht überlassen, also eigentlicher Besitzer des Geländes bleiben.
Das Jahnbad soll auch weiterhin während der Badesaison, die vom 15. Mai  bis zum 15. September dauert, für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Auch die jeweiligen Öffnungszeiten werden vorgegeben: in Ferien, an Feiertagen und am Wochenende von 9 bis 19 Uhr, an Schultagen von 14 bis 19 Uhr. Die Eintrittspreise sollen laut Verwaltung "sozialverträglich" sein. Was genau damit gemeint ist, ist offen. Lediglich der Fakt, dass es Tarife für Kinder und Jugendliche sowie Schul- und Hortgruppen geben soll, ist festgeschrieben.
Eine deutliche Verbesserung soll es beim Imbiss-Angebot in der Badeanstalt geben – dieses ist nämlich eine Voraussetzung für den neuen Betreiber. Dieser muss zudem die beiden dort angestellten Rettungsschwimmer übernehmen. Ihm wird auch vorgeschrieben, dass er die denkmalgeschützte bauliche Struktur im Stil der 1920er-Jahre erhalten muss.
Es ist kein Geheimnis, dass das Jahnbad derzeit nicht wirtschaftlich arbeitet. Um das endlich zu erreichen, wird das Umfeld der Badeanstalt ins Konzept integriert. Dem neuen Betreiber sollen rund 60 000 Quadratmeter Fläche rund ums Bad überlassen werden, ebenfalls als Erbpacht. Wie diese Areale gestaltet werden, steht dem Interessenten weitgehend frei. Drei Anforderungen stellt die Stadt aber: Die Fläche soll nur für den Tourismus- oder Freizeitbereich genutzt werden. Das Jahnbad wird in den Plan einbezogen und in seiner Struktur erhalten. Und der Uferwanderweg bleibt öffentlich zugänglich – ohne Einschränkungen.
Eigene Ideen gefragt
Das Konzept mit Vorstellungen der Stadt zur Zukunft des Jahnbades gibt es bereits (wir berichteten). Für den neuen Betreiber soll es aber kein Zwang, sondern nur ein Beispiel sein, betont die Verwaltung. Die Interessenten können auch eigene Vorschläge machen, die vom Konzept abweichen.
Das letzte Wort über die Kriterien, die ein neuer Betreiber des Jahnbades erfüllen muss, haben die Neuruppiner Stadtverordneten am Montag, 5. Oktober.

Infokasten

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel