Fast 100 Besucher hörten sich das inzwischen 16. Frühlingskonzert an. Wie stets hatten die Frauen vom Gutshaus-Förderverein Kuchen gebacken. Wer wollte, konnte auch ein Tässchen Kaffee genießen. Derart gut umsorgt, störte niemanden, dass es draußen hagelte und die Temperatur so gar nicht frühlingshaft war. Der Rheinsberger Dieter Däbel besuchte das Konzert mit einer Bekannten, die noch nicht allzu lange in der Prinzenstadt lebt: "Weil ich weiß, dass die Musikschul-Konzerte immer etwas Besonderes sind, habe ich diesen Anlass genutzt, um ihr das Kulturgutshaus zu zeigen. Dass die Menschen in einem Dorf wie Köpernitz so etwas auf die Beine gestellt haben, ist schon außergewöhnlich", befand Däbel.
Der siebenjährige Niclas Lungfiel saß indes in der ersten Reihe und wartete auf seinen Auftritt: "Zum Anfang hatte meine Mutter mir gesagt, dass es schön wäre, wenn ich Blockflöte spielen lerne. Inzwischen bin ich selbst davon überzeugt. Ich bin jetzt seit gut einem Jahr dabei und es macht mir immer mehr Spaß", so der junge Musiker.
Melina Franke eröffnete das Konzert gemeinsam mit ihrem Lehrer Michael Gottschalk. Das ungleiche Flöten-Duo überzeugte das Publikum, teils zweistimmig spielend, mit "Der Winter ist vergangen". Das eingängige Volkslied steht seit Jahren am Beginn des Frühlingskonzerts. Auch der Gastauftritt von Luise Wenk, die demnächst ein Kirchenmusik-Studium beginnen will, kam bei den Zuhörern sehr gut an. Am Klavier intonierte sie die Sinfonie Nr. 5 Es-Dur von Johann Sebastian Bach.
Dann waren die Jüngsten an der Reihe. Die Augen der Kinder auf der Bühne leuchteten zum Ende des Spiels ebenso wie jene der Eltern, Geschwister und Großeltern im Publikum. Lehrer Gottschalk lobte nach jedem Vortrag und überreichte den jungen Talenten jeweils eine Blume. Auch Niclas meisterte seine drei Stücke "Canario", "Gavotte" und "Wie ein Choral" mit Bravour.
Im weiteren Verlauf des Nachmittags erklangen in Temperament und Darbietungsform sehr unterschiedliche Kompositionen, vom folkloristischen irischen Tanz bis zu Schuberts sehnsüchtigem "Leise flehen meine Lieder".
Der Beifall zwischen den Stücken und am Ende des Konzerts war riesig. Im Anschluss bot sich für alle Beteiligten die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen. Die Musikschul-Pädagogen Michael Gottschalk, Albina Loge und Susanne Busching-Brero beantworteten gern alle Fragen.