Nach der 1:2-Heimniederlage gegen den FSV Blau-Weiß Rheinsberg bleibt der SV Protzen auch nach dem 8. Spieltag sieglos in der Fußball-Kreisliga Ost. Ein Punkt ist erst auf dem Konto - Tabellenvorletzter. Nur der FC Dossow, der bislang noch gar keinen Zähler erspielt hat, ist schlechter ins neue Spieljahr gestartet.

Optimismus trotz Horror-Bilanz

Die coronabedingt im März abgebrochene Saison 2019/20 beendete das Protzener Team als Tabellenschlusslicht mit null Punkten und 9:69 Toren. Doch es gibt einige Unterschiede zwischen diesen beiden Spielzeiten, die die Verantwortlichen, aber auch die Spieler optimistisch in die Zukunft blicken lassen.
„Wir haben im Sommer einen kompletten Umbruch durchgezogen, viele ältere Spieler wechselten ins Alt-Herrenteam“, erklärt Protzens Co-Trainer Dennis Bialek. „Neben einigen erfahrenen Kickern haben wir jetzt viele unerfahrene und jüngere Spieler im Team, auch einige Immigranten. Und das klappt bisher ganz gut.“ Da die zweite Mannschaft kurz vor Saisonstart zurückgezogen wurde, steht dem Trainergespann ein großer Kader zur Verfügung. So standen im jüngsten Heimspiel gegen Rheinsberg sieben Ersatzspieler bereit. Doch die eigentlich komplett neu aufgestellte Mannschaft wird noch einige Zeit benötigen, um sich zu finden, weiß man beim SV Protzen.

Volles Haus beim Training

„Wir trainieren zweimal in der Woche und es sind zur Zeit immer um die 20 Spieler dabei, die alle wollen. Wir haben ein Ziel, eine Spielweise vor Augen, sehen auch eine Entwicklung, aber es geht erwartungsgemäß nur langsam voran“, so Bialek. Die bisherigen Ergebnisse in dieser Saison unterstreichen seine Einschätzung.
Zwar verlor der SV Protzen sieben von acht Partien, aber davon viermal nur mit einem Tor Unterschied. Mit neun erzielten Toren haben die Protzener jetzt schon so oft getroffen, wie in der gesamten vergangenen Saison. Und mit dem 2:2 gegen Gühlen-Glienicke wurde die schwarze serie durchbrochen. Endlich gelang mal wieder ein Erfolgserlebnis, wenn auch nur ein kleines.
Nach eineinhalb Jahren feierten die Protzener mal wieder einen Punktgewinn. „Klar wäre es uns lieber, wenn es bei der Weiterentwicklung schneller vorangehen würde“, sagt Bialek. „Doch für einige Spieler ist es die erste Saison im Männerspielbetrieb. Was im Training schon gut klappt, ist in den Spielen noch zu wenig zu sehen“, zieht Bialek ein Zwischenfazit. So müsse man auch mit Rückschlägen rechnen.

Eine Szene gibt Auftrieb

Am Sonntag sah er ein gutes Beispiel seiner Mannschaft. Was die Protzener auf den Platz bringen können, sah man beim zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleichstor gegen Rheinsberg. Über mehrere Stationen lief der Ball durch die eigenen Reihen, eine genaue Eingabe von Außen netzte Jörg Schönhoff per Direktabnahme ein. Doch bei vielen Angriffen agierten die Gastgeber überhastet und ungenau, leisteten sich technische Fehler oder wählten schlichtweg die falsche Entscheidung.
„In der Vorwoche in Linum haben wir richtig gut gespielt, nur durch ein Kontertor unglücklich 0:1 verloren. Die erste Halbzeit heute war da ein kleiner Rückschlag. Die Zweikämpfe wurden nicht angenommen, die Abstände waren zu groß und die Zuordnung stimmte nicht“, analysiert der Coach. Dazu kam die Verletzung von Said Almohamad. „In der Pause haben wir taktisch und auch personell etwas umgestellt. Es wurde deutlich besser.“
Vor allem kämpferisch überzeugte die Heimelf. „Obwohl die Fehlerquote noch zu hoch war, sah es auch spielerisch besser aus und ein Punkt war drin“, so Bialek. Daher ärgerte er sich auch über die Fehler, die den Rheinsbergern zum Siegtreffer verhalfen.

Bialek: „Hier kann sich etwas entwickeln“

Ein Punkt hätte dem Team in Sachen Selbstvertrauen richtig gut getan. So bleibt es dabei, es geht beim SV Protzen derzeit nur ein kleinen Schritten vorwärts. Aber es geht vorwärts. Dennis Bialek sieht Potenzial in der Mannschaft und ist sich sicher, „bleiben die Spieler so engagiert bei der Sache, wird der SV Protzen in dieser Saison noch einige Punkte holen. Hier kann sich etwas entwickeln“, stellt er klar.