Am Dienstagabend dieser Woche ließen die Footballer die Fußballer über mehrere Stationen schwitzen, die es in sich hatten. Beispielsweise wurde ein 40-Yard-Sprint absolviert. Dies ist ein physischer Test, der zur Ermittlung der Beschleunigung und Endgeschwindigkeit eines Spielers dient. Die Streckenlänge von 36 Metern ist zwar nicht unüblich für Fußballer, aber wird in den gewohnten Trainingseinheiten weitgehend reduziert. Football-Coach Ludger de Wendt staunte: "Das kommt für mich schon überraschend, dass der Kopf der Fußballer in den Endphase nach unten geht. Sie verlieren damit Tempo." Er begründet dies mit einem Muskel im Hintern. Als echte Sprinter erwiesen sich Tarik Wenzel und Hendrik Pohl.
Gar irritiert zeigte sich der Tigers-Coach, weil die Fußballer wahre Geschmeidigkeitsmonster seien. Was er beim Stretchen und Dehnen während der Erwärmung sah, konnte er kaum fassen. Oder vielmehr, was er nicht sah. "Ein Glück haben die Neustädter einen Coach, der aus der Fitnessbranche kommt und wohl mehr ein Auge darauf haben wird."
Und noch etwas ließ Ludger de Wendt den Kopf vor Ungläubigkeit schütteln. Er hatte mit seinem Trainerteam Plyo Soft Boxen aufgebaut. Auf diese springen Sportler aus dem Stand heraus. de Wendt ging zunächst von 1,05 Meter aus. Zu hoch für Fußballer. Letztlich wurden es 90 Zentimeter, also ein wenig höher als der Küchentisch. Dann aber imponierten ein paar der Schwarz-Roten: "Klar, wenn man acht Sprünge in der Zeitvorgabe von einer Minute schafft, ist das so lala. Der Spitzenwert lag jedoch bei 21 – und das ist schon super." Hendrik Pohl und Tim-Michel Tiedtke setzten diese Bestmarke, beide neu im Team, beide aus der Langener Landesklasse-Elf, beide schon mit den Besonderheiten von Fiores-Trainingsmethoden vertraut. Die Werte an den fünf football-geprägten Stationen wurden gesammelt. Sie dienen als Grundlage, denn eine Überprüfung soll folgen.
Silvano Fiore: "Wir gingen ganz bewusst den Weg, um ein Athletiktraining anders zu gestalten." Weder Shuttle-Run noch Cooper-Test setzte er an, sondern eine "Testbatterie, um Schnellkraft, sprinten, mit Ball und ohne Ball zu üben". Extremen Wert legt er auch auf Veränderungen der Laufrichtung, also Kurven, Haken, Wenden. "Da haben uns die Footballer einiges voraus." Und einen weiteren Punkt spricht Fiore an: Allein schon die Art und Weise des Trainings und Umgangs miteinander lasse aufhorchen. Für Fußballer undenkbar – "die Footballer haben gefühlt zehn Coaches, einer für die Defensive, einer für Offensive, einen Athletik, einen Mental. Und wir bilden uns tatsächlich ein, dass wir Fußballer alle Bereiche allein bedienen können."
Ludger de Wendt kritisch: "Ich bedauere, dass die meisten Vereine nicht genügend interdisziplinär denken. Sie bieten einzig ihre Sportart an. Das können sie auch, aber Kindern und Jugendlichen hilft mehr, wenn sie umfassend gefordert werden." Später könne ja dann Handball oder Kampfsport oder Fußball intensiver geschult werden, findet er. "Allein über das, was ich am Dienstag gesehen habe,  denke ich, dass die Fußballer mit effektiver Körperhaltung, sei es auch nur eine korrigierte Fußstellung, zehn Prozent mehr Leistung bringen könnten. Das sind vielleicht die Zentimeter, die im Spiel am gewonnenen Laufduell fehlen."
de Wendt gilt als Erfolgscoach. Früher bei den Herren der Ruppin Tigers als Spieler und Trainer in Aktion, kümmert er sich jetzt schon seit Jahren um den Nachwuchs im Verein, der dem SV Union Neuruppin angegliedert ist und seine Heimstätte an der Karl-Liebknecht-Schule hat. Inzwischen ist seine vierte Generation der Jugend am Start. Trainiert Hippo Härtel die bis zu Zehnjährigen bei den Ruppin Tigers, so zeichnet Ludger de Wendt für den Altersbereich bis 15 Jahre verantwortlich. Das sind die so genannten Champions.
Zurück zum Ausflug in den Fußballbereich: "Klar herrschte erstmal Skepsis bei den Jungs als sie Football im Trainingsplan entdeckten, aber das Neue machte ihnen dann letztlich auch Spaß", bilanziert Silvano Fiore. Teammanagerin Karina Legde geht von Muskelkater aus, mit dem sich viele in dieser Woche rumplagen müssen. Es wurden Körperpartien gefordert, die sonst eher zweitrangig getrachtet werden – neue Besen kehren halt gut.

Neustadts Phase biszum heißen Beginn


18. Juli Testspiel bei Tangermünde25. Juli Testspiel gegen      Falkensee/Finkenkrug (14 Uhr)  1. August Test in Michendorf  8. August erste Pokalrunde15. Pokalrunde zweite Pokalrunde22. August erster Spieltag      Birkenwerder - Neustadt29. August zweiter Spieltag      Neustadt - SV Babelsberg II